TOPModel-Forum

RPG & Clan

Moderiert durch Basejumper, Highheels4life, Shopping-Queen, TOPModel-Team, Chanel, shoppingfever, Elaela, karlfjord, Shopping-Dodi, Imanca, Thekla, Schokoladendiva, Phoebe05, Erabos, Luckyblood

Re: serenity || honeysome & paranoia

honeysome
02.03.19 um 23:44
Avatar von honeysome
Ich beobachtete Adeline, wie sie ihre Position veränderte und dachte zuerst, dass ihr so schlecht geworden war, dass sie sich übergeben würde, aber stattdessen legte sie ihren Kopf nach einigem Hin und Her auf meinem Bein ab. Langsam hob ich die Augenbrauen und betrachtete sie, wie sie da so auf der Bank lag. Im Leben hätte ich nicht gedacht, dass dieser Abend einen solchen Lauf nehmen würde, nicht, nach alldem, was passiert war und wie wir uns wieder begegnet waren. So ungern ich sie auch störte, ich wusste, dass es nicht ganz ungefährlich war, betrunken in der Kälte herumzuliegen und bevor sie einschlafen konnte, schob ich ihr sachte das Haar aus der Stirn. »Hey, soll ich dich lieber nach Hause fahren?«, fragte ich sie schließlich. Ich war so oder so kein großer Fan von Feiern. Nathan würde es verstehen, immerhin hatte er gesehen, in was für einem Zustand Adeline war, obwohl ich mich immer noch fragte, wie viel sie in so kurzer Zeit getrunken haben musste, damit es ihr so miserabel ging.
paranoia
02.03.19 um 23:57
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Trotz der Kälte hätte ich einschlafen können, auch wenn ich wusste, dass ich hier draußen wohle erfrieren würde. »Du musst mich nicht bringen, ich schaff das schon. Ich warte einfach auf meinen Dad.«, antwortete ich leise, drehte meinen Kopf um Elio anzusehen und an seinem Blick erkannte ich, dass dies keine Option war. Seufzend erhob ich mich wieder und nickte. Elio half mir aufzustehen und gemeinsam gingen wir zu den Festzelten zurück, um meine Sachen zu holen und uns wenigstens von meinem Bruder und Cassy zu verabschieden, meinen Dad würde ich ja Zuhause wiedersehen. Ich schnappte mir noch eine Flasche Wasser und folgte Elio zu seinem Auto. Er fuhr immer noch denselben Wagen wie früher, einen Transporter, wie fast jeder hier. Im Fahrerhaus angekommen, kuschelte ich mich in den gepolsterten Sitz, in seine Jacke und war froh, dass er die Heizung aufdrehte.
honeysome
03.03.19 um 0:08
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ich war froh, dass sie sich nicht gegen mein Angebot sträubte und einfach mitkam. Bis ihr Vater die Party verließ, konnte es noch einige Stunden dauern und der Weg zu ihrem Haus dauerte allein schon mit dem Auto etwas zwanzig Minuten. Die Kapelle samt Location für die Feier lag etwas außerhalb der Stadt nahe am Meer und ohne Auto hätte man die Strecke nicht zurücklegen können. Wie ich erwartet hatte, nickte Nathan nur, als Adeline und ich ihm erzählten, dass wir die Party schon verlassen würden. Erstaunlicherweise war er kein bisschen sauer auf seine Schwester, konnte es aber nicht lassen, mir einen fragenden Blick zuzuwerfen, als ich ihm verkündete, dass ich sie nach Hause fahren würde. Bei meinem schwarzen Pickup angekommen verfrachtete ich Adeline auf den Beifahrersitz, bevor ich mich selbst anschnallte und den Motor startete. »Wenn irgendetwas ist, gib mir Bescheid, ja?«, sagte ich zu ihr, ehe ich den Weg einschlug, welcher zurück zur Stadt führen würde. Ein Navi würde ich nicht brauchen, den Weg zu ihrem Haus war ich unzählige Male gefahren.
paranoia
03.03.19 um 0:21
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ein leichtes Grinsen stahl sich auf meine Lippen. »Ich werde schon nicht dein Auto vollkótzen.«, antwortete ich und lehnte meinen Kopf an das Fenster, während Elio den Motor anwarf und losfuhr. Mit dem Motor war auch automatisch das Radio angegangen, welches ich etwas lauter drehte, denn ich hatte keine Ahnung, worüber wir reden sollten. Stattdessen summte ich leise das aktuelle Lied mit und beobachtete wie die Straßenlaternen in der Dunkelheit verschwanden und die nächste in ein paar Metern wieder auftauchte. Ich war nicht überrascht, dass Elio den Weg zu mir Nachhause immer noch kannte, er zögerte keine einzige Sekunde, weshalb wir auch schon nach fünfzehn Minuten auf unser Anwesen abbogen und er das Auto vor meinem Haus parkte. »Das war sehr nett von dir, das hättest du nicht tun müssen.«, bedankte ich mich. Während der Fahrt hatte ich die Wasserflasche halb geleert und fühlte mich schon ein kleines bisschen besser.
honeysome
03.03.19 um 0:29
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ich hob eine Augenbraue und musste mich bemühen, nicht selbst zu grinsen.
»Bei dir weiß man ja nie«, gab ich zurück, bevor ich mich wieder auf die Straße konzentrierte. In diesem Moment kam mir das Gespräch zwischen uns so normal und ungezwungen vor, als hätten wir nie damlt aufgehört, sondern als hätten wir die vergangenen Jahre gemeinsam verbracht. Die Straßen waren um diese Uhrzeit beinahe vollkommen verlassen, uns kamen auf der gesamten Fahrt gerade einmal zwei Autos entgegen und auch die Stadt lag still da, als wir letztendlich Adelines Zuhause erreicht hatten.
Als sie sich bedankte, schüttelte ich nur den Kopf. »Kein Problem. Schlaf dich aus.«
Ich sah ihr noch hinterher, bis sie im Haus verschwunden war, dann wendete ich den Wagen und machte mich zurück auf den Weg zu meinem eigenen Haus. Ich fühlte mich unheimlich müde und ausgelaugt, aber auch zufrieden damit, wie es heute gelaufen war.
paranoia
03.03.19 um 0:41
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ich drehte mich nicht noch einmal zu Elio um, als ich über die Veranda zur Tür ging und endlich das Haus betrat. Chackie sprang mir direkt aus seinem Körbchen entgegen, überglücklich, dass endlich wieder jemand Zuhause war. Als ich durch das Fenster neben der Tür nach draußen sah, verschwanden die Scheinwerfer von Elios Wagen grad in der Dunkelheit und das Geräusch seines Motors wich dem Zirpen der Grillen. Völlig erschöpft füllte ich noch einmal die Flasche Wasser auf und schleppte mich die Treppen hoch zu meinem Zimmer. Im Bad schminkte ich mich ab, zwang mich aus meinem Kleid und ich schlief fast direkt ein, nachdem ich in mein Bett gefallen war.
Das Aufwachen am nächsten Morgen war schrecklich. Ich fühlte mich wirklich ausgelaugt, leer, mein Magen schien sich einmal komplett umgedreht zu haben. Nach einer langen, intensiven Dusche fühlte ich mich zwar etwas besser, doch dieses seltsame Gefühl würde ich wohl noch den ganzen Tag mit mir herum tragen. Passend zu meiner Stimmung war auch das Wetter; eine Wolkenschicht hatte sich gebildet, es war kühl und windig draußen. Ich entschied mich nach dem Frühstück noch einmal dafür mich ins Bett zu legen, entdeckte kurz vorm Einschlafen jedoch Elios Jacke auf meinem Schreibtischstuhl; die würde ich ihm wohl oder übel zurückgeben müssen.
honeysome
03.03.19 um 7:49
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ich gab es nur ungern zu, aber ich war die halbe Nacht wach gelegen und hatte darüber nachgedacht, was Adelines Rückkehr in mir ausgelöst hatte. Ich hatte mir immer geschworen, dass ich sie, sobald sie wieder einmal in die Stadt kommen sollte, keines Blickes würdigen würde, aber so war es nicht gelaufen. Im Gegenteil, ich hatte das getan, was ich früher schon so oft getan hatte - ich hatte mich um sie gekümmert. Vermutlich hätte ich niemanden einfach so liegen lassen können, aber ich war extra auf die Suche nach ihr gegangen, weil ich wusste, dass man sie nicht alleine lassen sollte.
Irgendwann in den frühen Morgenstunden unterbrach ich allerdings meinen Gedankengang und quälte mich aus dem Bett, im mir einen Kaffee zu kochen. Während ich den Flur entlang ging, fiel mir wieder einmal auf, dass das Haus viel zu groß für mich war. Vor drei Jahren, ein Jahr nachdem Adeline verschwunden war, hatte auch mein Vater sich dazu entschieden, einfach auszuziehen, weil wir es beide nicht mehr miteinander ausgehalten hatten. Die Leute in meiner Umgebung hatten eine Tendenz dazu, einfach zu gehen, so auch meine Mutter, die schon vor meinem Vater geflüchtet war und mich mit ihm allein gelassen hatte, bevor ich mein erstes Woet gesprochen hatte.
Vor drei Jahren hatte ich dann die Überlegung, das Haus zu verkaufen, weil es zu groß für mich alleine war. Dennoch hatte ich es nicht übers Herz gebracht und hatte mich stattdessen zwei Jahre lang an die Arbeit gemacht, alles schrittweise zu renovieren und zu erneuern. Ich hatte die Fassade neu gestrichen, neue Fenster einbauen lassen, die Böden erneuert, die Tapeten abgerissen und neue Möbel gekauft. Würde mein Vater noch einmal zurückkommen, dann würde er sein Haus nicht mehr erkennen. Aber das war so unwahrscheinlich, dass ich mir keine Gedanken darum machte. An den meisten Tagen war ich froh, wenn ich sah, dass er den Weg aus dem Bett gefunden hatte.

In der Küche angekommen schaltete ich die Kaffeemaschine ein und warf einen Blick nach draußen, wo ein wolkenverhangener Himmel zeigte, dass es kein so sonniger Tag wie der letzte werden würde. Cassy und Nathan hatten Glück gehabt mit ihrer Hochzeitsfeier; das Wetter änderte sich hier so schnell, dass es auch gut hätte sein können, dass sie ins Wasser fiel.
paranoia
03.03.19 um 9:26
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ich erwachte nach drei Stunden wieder, dieses Mal halbwegs ausgeschlafen und mein Magen fühlte sich auch schon etwas besser an. Das nutzte ich um in die Küche zu gehen und den Frühstückstisch für mich, Dad und seine Frau zu decken. Die beiden schliefen noch, vermutlich waren sie wirklich erst in den Morgenstunden Nachhause gekommen, weshalb ich allein in der Küche saß und gedankenverloren aus dem Fenster in den grauen Himmel schaute. Es war faszinierend, welche Auswirkungen das Meer auf das Wetter und auch auf das Klima hatte, wie schnell die Temperaturen umschwingen und Wolken auftauchen konnten, wie sich Stürme anbahnten oder wie die Sonne an einem schönen Tag schließlich am Horizont versank. In Seattle hingegen hatte ich bis jetzt nur wenige Tage erlebt, an denen die Sonne schien; meistens hing eine dicke Wolkendecke über der Stadt, die aufgrund der Berge nicht weiterkam, weshalb sich ihre gesamte Ladung auf uns abregnete. Doch irgendwie hatte ich das Wetter dort und allgemein Seattle gern gewonnen.
Chackie, der mich zusammengerollt von seinem Körbchen aus beobachtet hatte, stand nun auf und setzte sich mit ausdrucksvollen Augen vor seinen Futternapf. Diesen fühlte ich ihn wenige Sekunden später mit seinem Futter und beschloss ihn mitzunehmen, wenn ich Elio seine Jacke wiedergeben würde.
paranoia
03.03.19 um 19:59
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

:-)
honeysome
03.03.19 um 20:09
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ich nahm meine Kaffeetasse aus der Maschine und suchte anschließend nach meiner Jacke. Es war für mich zum Ritual geworden, meinen Kaffee, sofern es nicht wirklich kalt war, draußen auf der Veranda zu trinken. Von dort aus konnte man den Ozean am Ende der Straße sehen und das Wetter beobachten. Als ich jedoch in der Garderobe nach meiner Jacke suchte, fiel mir ein, dass Adeline sie gestern Abend noch angehabt hatte, als sie ausgestiegen und ins Haus gegangen war. Ich würde allerdings nicht bei ihr aufkreuzen, um meine Jacke zurück zu verlangen, ich war mir sicher, dass sie früher oder später vorbeikommen würde. Sofern sie das Haus noch erkannte.
Schließlich zog ich mir einfach einen Hoodie über den Kopf und trat mit meinem Kaffee hinaus auf die Terrasse vor dem Haus. Ich liebte das Gefühl der rauen Holzplanken unter meinen Füßen und ließ mich wie immer auf der Holztreppe nieder. Das Meer lag in einem dunklen grau da, der Himmel dagegen hob sich ewas heller ab. Es würde heute Abend noch Regen geben, das verrieten mir die weißen Schaumkronen auf den ungestümen Wellen, die sich am Strand brachen und deren Rauschen bis zu mir herauf drang.
paranoia
03.03.19 um 20:47
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Nach einem ausgelassen Frühstück räume ich mein Geschirr weg, ließ den Rest für Dad und Elena stehen, und ging wieder rauf in mein Zimmer, um mich für einen langen Spaziergang fertig zu machen. Angesichts des Windes würde mir ein Regenschirm nicht helfen, weshalb ich über meinen einfachen Kapuzenpulli und die Jeans einen schwarzen Regenmantel mit Kapuze zog; sah nicht besonders toll aus, doch mir blieb keine anderer Schutz vor dem starken Nieselregen. Ich schnappte mir Elios Jacke und Chackie und verließ das Haus. Zu Fuß dauerte der Weg etwa fünfzehn Minuten, wenn ich die Abkürzung über den Strand nahm. Graues Wasser türmte sich zu Wellen auf und flutete den Strand, anders als sonst, bis zur Hälfte. Chackie genoss den Freilauf, ich hatte Kopfhörer im Ohr und war auch ganz froh darüber, nochmal an die frische Luft zu kommen.
Von weit weg konnte ich Elios Haus schon sehen, auch wenn ich es anders in Erinnerung hatte. Je näher ich kam, desto mehr fielen mir die Veränderungen auf. Und je näher ich kam, desto klarer wurde Elios Gestalt auf seiner Veranda. Chackie rannte laut bellend vor um ihn zu begrüßen und ich kämpfte mich durch Wind und Regen weiter vor.
honeysome
03.03.19 um 21:29
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Der Wind sorgte dafür, dass sich die vereinzelten Palmen unten am Stand hin und her wiegten und eine feine Sandschicht wehte über die Straße. Ich liebte selbst diese wolkenverhangenen, etwas grauen Tage, denn am Meer war jeder Tag auf seine eigene Weise wunderschön.
Dennoch hatte ich oft schon mit dem Gedanken gespielt, von hier weg zu gehen, in eine größere Stadt zu ziehen, aber ich brachte es nicht über mich, meinen Vater allein zu lassen, auch nach allem, was passiert war.
Ich hörte das Geräusch von einer Hundemarke am Halsband sogar gegen den Wind und sah den schwarz-weißen Hund noch bevor Adeline am Horizont auftauchte. Wenige Minuten später stürmte Chackie auf mich zu und fiel mir in die Arme. Ich hatte gerade noch Zeit, meine Kaffeetasse abzustellen, bevor sein Köper meinen rammte und er begann, meine Arme abzulécken. Fest kraulte ich sein dichtes, geflecktes Fell und versuchte, ihn zu beruhigen, während ich Adeline entgegen sah, die jetzt auch aufgetaucht war. »Na, ausgeschlafen?«
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 03.03.19 um 21:29 von honeysome
paranoia
03.03.19 um 21:53
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ich konnte mir das Grinsen nicht verkneifen, als ich endlich vor Elio stand, der gerade von meinem Hund ziemlich in die Mangel genommen wurde. Obwohl ich ausgeschlafen hatte, zierten Augenringe mein Gesicht, was ihm wohl aufgefallen war. »Ja, hab ich. Nochmal danke, dass du mich Nachhause gebracht hast. Das war sehr.. nett von dir.« Ich holte seine Jacke unter meinem Regenmantel hervor und reichte sie ihm. »Und auch dafür nochmal danke. Ich hatte vergessen, was für ein Gentlemen du sein kannst.« Ich lächelte ihn sanft an und für einen Moment herrschte wieder eine vertraute Stimmung. Doch dann kehrte ich wieder in die Realität zurück und stellte fest, dass zwischen uns nichts geklärt war. »Ich ähm.. sollte gehen. Danke nochmal.«, sagte ich, doch als ich mich zum Gehen umdrehte, begann es gerade wie aus Eimern zu schütten. Meine Schuhe waren bereits vom Hinweg völlig durchnässt und ich fror schon wieder. Bei dem Regen würde ich es niemals Nachhause schaffen und ehrlich gesagt waren mir die starken Sturmböen auch nicht ganz geheuer.
honeysome
03.03.19 um 22:18
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ich stand auf, als Chackie sich endlich wieder ein wenig beruhigt hatte und nahm die Jacke entgegen, die Adeline mir hinhielt. Sie sah etwas durchnässt aus, wirkte allerdings nicht so, als würde sie bleiben wollen, sondern machte eher den Eindruck als wäre sie wieder auf dem Sprung. Ihre Aussage, dass sie vergessen hatte, was für ein Gentleman ich sein konnte, entlockte mir ein kurzes, bedauerndes Grinsen. »Nichts zu danken.«
Ich kannte Adeline zu gut, als dass mir nicht auffallen würde, wie nervös sie war und dass sie nicht richtig zu wissen schien, was sie noch sagen sollte und sie deswegen einen Rückzieher machen wollte.
Diesmal war es allerdings das Wetter, welches ihr einen Strich durch die Rechnung machte, denn mittlerweile hatte es begonnen, in Strömen zu regnen. Das Wasser prasselte aufs Vordach und lief in Rinnsalen vor uns hinunter und in diesem Moment wurde mir klar, dass ich zwei Möglichkeiten hatte. Entweder ich fuhr sie ein zweites Mal nach Hause, oder ich nahm sie mit nach drinnen und wir warteten, bis der Regen aufhörte. Ich entschied mich für eine Mischung aus beidem, weil ich es nicht übers Herz brachte, sie einfach so durchnässt wieder nach Hause zu bringen. Ich warf einen Blick in den Himmel und wandte mich dann wieder Adeline zu. »Willst du vielleicht rein kommen? Du bist völlig nass, was hältst du davon, wenn ich dir einen Tee mache und dich dann nach Hause fahre, wenn es noch regnet?«
paranoia
03.03.19 um 22:30
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Wieder befänden wir uns in einer seltsamen, unangenehmen Situation, doch dieses Mal war ich nicht betrunken. Mir blieben zwei Optionen; meinen Stolz verteidigen, feige wieder Nachhause zu gehen und morgen vermutlich erkältet aufzuwachen oder mit hineinkommen und mich von dem überraschen zu lassen, was auf mich zu kam. Angesichts des schlechten Wetters und der Tatsache, dass ich eh schon durchnässt war, entschied ich mich auf seine Einladung einzulassen und mit hinein zu kommen. Ich zog meine Schuhe noch auf der Terasse aus und folgte Elio mit ins Haus. »Wow.«, sagte ich nur und sah mich fassungslos um; seit dem letzten Mal hatte sich hier einiges getan. Nicht, dass das Haus damals heruntergekommen war oder so, doch Elios Vater hatte Renovierungen und Aufräumen meist ziemlich vernachlässigt und ich war nur selten hier gewesen, weil Elio sich immer so geschämt hatte. »I-ist dein Dad gar nicht Zuhause?«, wollte ich verwirrt wissen, während er mir aus meiner Jacke half und sie weghängte. Seine Hand streifte meine Schulter und eine überraschende Gänsehaut überkam meinen Körper. Ich zuckte zusammen und machte einen Schritt vor, um meine Reaktion irgendwie zu überspielen.
Obwohl das Haus vollkommen erneuert worden war, roch es noch immer genauso, wie ich es in Erinnerung hatte. Fragend blickte ich Elio an.
honeysome
03.03.19 um 22:43
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Mir entging ihr aufmerksamer, staunender Blick nicht, als sie sich im Eingangsbereich umsah und verlegen kratzte ich mich im Nacken. »Ja...ich habe ein bisschen umgebaut«, erwiderte ich und nahm ihr dann ihre Jacke ab, um sie über die Heizung zu hängen, damit sie schneller trocknete und musterte Adeline dann. »Brauchst du andere Klamotten?«, fragte ich sie, weil ich nicht abschätzen konnte, wie nass sie unter ihrer Jacke geworden war. Anschließend ging ich voraus in die Küche und setzte Teewasser auf, in der Erwartung, dass sie mir folgen würde. Ich erwartete, dass sich in mir alles dagegen sträubte, dass sie hier war, nachdem, wie sie einfach abgehauen war. Und in gewissen Maßen tat es das auch, es fühlte sich nicht richtig an, sie hier zu haben, aber da war auch noch etwas anderes. Es erinnerte mich an Erleichterung. Erleichterung darüber, dass sie wieder in die Stadt gekommen war. Wieso das so war, konnte ich mir nicht erklären. »Nein, er ist gerade nicht da«, antwortete ich schließlich vage und suchte nach einer Teetasse.
paranoia
03.03.19 um 22:58
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ich blickte an mir herunter; nicht nur meine Socken und Schuhe hatte es erwischt, sondern auch mein Pulli und meine Hose. Deshalb bejahte ich seine Frage, ob ich vorerst Klamotten von ihm anziehen wollte, auch wenn es mir irgendwie ziemlich unangenehm war. Nachdem er den Tee aufgesetzt hatte, ging er mir voraus in sein Zimmer und holte aus seinem Schrank eine Jogginghose und einen Pullover, drückte sie mir in die Hand und ließ mich wieder allein. Erst als ich mich versichert hatte, dass er mich nicht sehen konnte, zog ich meine nassen Sachen aus und seine frischen Sachen an. Natürlich waren sie viel zu groß und ich kam mir irgendwie albern vor, als ich wieder in die Küche ging und mich auf einen der Küchenstühle setzte. »Danke.« Das war schon das zweite Mal, dass er nett zu mir war und sich um mich kümmerte. Ich kam mir vor wie ein kleines Kind.
paranoia
03.03.19 um 23:00
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Bist du heute länger online? :-)
honeysome
04.03.19 um 7:28
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Zitat von paranoiaBist du heute länger online? :-)


Oh tut mir leid, mein Handy war leer. :(
honeysome
04.03.19 um 7:38
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Natürlich waren meine Klamotten Adeline viel zu groß, aber ich war den Anblick fast noch gewöhnt, sie hatte früher immer meine Pullover getragen. Es war dennoch merkwürdig, sie hier im Haus zu sehen, als wäre nie etwas passiert. Als wäre sie nicht von einen auf den anderen Tag verschwunden und für vier Jahre nicht mehr aufgetaucht. Ich hatte nicht einmal gewusst, in welche Stadt sie damals gezogen war, bis Nathan es mir erzählt hatte. Ich hatte immer das Gefühl gehabt, dass er sich gerne für seine Schwester entschuldigt hätte und dass es ihm leid tat, was passiert war, aber das war wirklich nicht seine Aufgabe. Ich drehte mich zu Adeline um und schob ihr die Tasse über den Tisch, bevor ich einen Blick zu Chackie warf, der es sich auf der Couch bequem gemacht hatte. Sie hatte ihn früher schon manchmal mitgenommen, bei ihren seltenen Besuchen hier, die ich nicht verhindern konnte. Ich hatte es gehàsst, wenn sie hier war. Nicht wegen ihr, sondern wegen meinem Vater und ich hatte immer gebetet, dass er nicht nach Hause kommen würde, wenn Adeline hier war.
Bei all diesen Besuchen war die Couch immer das erste Anlaufziel des Border Collies gewesen, so wie auch jetzt.
Schließlich setzte ich mich zu Adeline an den Tisch und stützte meine Ellenbogen auf dem hellgrau gebürsteten Holz ab.
»Und, wie geht es dir so in Seattle?«