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Re: serenity || honeysome & paranoia

honeysome
28.01.19 um 22:23
Avatar von honeysome
Ich wusste nicht, was ich erwartet hatte, aber Adeline sah umwerfend in ihrem Kleid aus. Es hatte die gleiche Farbe wie die Rosen und betonte auf wunderschöne Weise ihre Figur. Dennoch wollte ich mich nicht von meiner eigenen Aufgabe ablenken lassen, nämlich der, heute für Nathan da zu sein an seinem und Cassys großem Tag. Wir waren ungünstig platziert, Adeline stand direkt in meinem Sichtfeld. Ich hatte dennoch keine Probleme, ihrem Blick stand zu halten. Ich hätte auch damals kein Problem damit gehabt, unsere Beziehung aufrecht zu erhalten.
Im Verlauf der Zeremonie fiel mein Blick auf die Ringe, welche ich auf einem kleinen Kissen in den Händen hielt. Die geschwungene Gravur verzeichnete das heutige Datum und die jeweiligen Namen des anderen und in diesem Moment freute ich mich aufrichtig für Nathan und Cassy. Ich hatte in meinem Umkreis selten eine funktionierende Ehe gesehen, nicht zuletzt war auch die Heirat meiner Eltern kläglich vor drei Jahren gescheitert, als mein Vater krank geworden war. Umso mehr hoffte ich für Cassy und Nathan, dass ihre Hochzeit all die positiven Dinge bringen würde, die sie sich wünschten.
paranoia
29.01.19 um 19:59
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Es fiel mir mehr als schwer, mich auf das zu konzentrieren, was der Pastor sagte. Stur richtete ich meinen Blick auf Cassy, doch die gesprochenen Worte kamen einfach nicht bei mir an. Es war wie diese Momente beim Lesen, bei denen man eine Zeile wieder und wieder las, aber nichts verstand. Erst als es zu den Eheversprechen kam, schaffte ich es zuzuhören. Nathan hielt Cassy bei den Händen und sein Lächeln erhellte sein Gesicht, brachte seine Augen zum Leuchten; so glücklich hatte ich ihn lange nicht gesehen. Das war eine dumme Aussage, denn ich hatte meinen Bruder insgesamt sehr lange nicht gesehen, doch bevor ich damals die Stadt verlassen hatte, war die Stimmung hier sehr getrübt gewesen. Der Tod unserer Mutter hatte ein tiefes Loch in unseren Leben hinterlassen, die darauffolgenden Depression meines Vaters hatte alles nur verschlimmert. Mum; wenn sie diesen Tag nur miterleben könnte. Mir stiegen Tränen in die Augen, während ich meinem Bruder zuhörte und beobachtete, wie er Cassy den Ring auf den Finger schob, den unsere Mutter ihm vor ihrem Tod gegeben hatte. Mühsam zwang ich mich dazu, mir nichts anmerken zu lassen. Ich wollte nicht die Emotionale sein, die doch gerade erst nach Jahren der Funkstille wieder zurückgekehrt war. Nach Cassys Ehegelübnis beglaubigte der Pastor die Ehe und die beiden küssten sich leidenschaftlich, die Gäste klatschten. Zuerst umarmte ich meine Schwägerin und dann Nathan; zuerst erwiderte er meine Umarmung nicht, doch nach einigen Sekunden schlang er seine starken Arme um mich und hielt mich lange fest. Die Tränen konnte ich in diesem Moment nicht mehr zurückhalten.
honeysome
29.01.19 um 20:42
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Cassys und Nathans Ehegelübde war wunderschön und ich sah in den Reihen einige Leute nach ihren Taschentüchern kramen. Sogar der Pastor sah gerührt aus und ich merkte auch, dass Adeline die Situation nicht kalt ließ. Ich kannte sie immerhin gut genug, um die kleinsten Regungen in ihrem Gesicht zu lesen und zu deuten. Als sie nun nach der beendeten Zeremonie Nathan weinend in die Arme fiel, versetzte dies mir einen Stich, und dennoch konnte ich nichts tun.
Es war nicht mehr an mir, sie zu halten und für sie da zu sein. Sie hatte sich damals bewusst gegen uns entschieden und es wäre mir nie in den Sinn gekommen, Adeline hinterher zu laufen, nicht nachdem wie sie verschwunden war. Sie war ein freier Mensch und dies ihre freie Entscheidung gewesen. Also wandte ich mich stattdessen ihrem Vater zu, gratulierte diesem zur Heirat seines Sohnes und ließ meinen Blick über die Hochzeitsgeseklschaft schweifen, welche sich langsam erhob, um aus der Kapelle hinaus auf den sonnenbestrahlten Vorplatz zu treten.
paranoia
29.01.19 um 21:12
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Für ein paar Minuten ging es drunter und drüber, es gab Umarmungen und Küssen und als das alles vorbei war, begab sich die anwesende Gesellschaft nach draußen. Heute war der perfekte Tag für eine Hochzeit; die Sonne schien, der Himmel war wolkenlos und vom Meer wehte ein sanfter Spätsommerwind. Die Feier wurde auf eine riesige Terasse verlegt, über die ein großes weißes Zelt gespannt war. Man hatte Tische und Stühle aufgebaut, die würden später weggeräumt werden, um den Gästen Platz zum Tanzen bieten zu können. An einem Tisch konnten etwa sechs Personen sitzen; Elio landete ausgerechnet an meinem, aber klar, er war der Trauzeuge. Zusammen mit Cassy und Nathan, sowie meinem Dad und seiner Frau saßen wir alle beisammen und genossen das Festmahl. Das Zelt war von Gesprächen und Gelächter erfüllt und es war schön, meiner Familie beim Erzählen und Reden zuzuhören. Leider trat irgendwann der Punkt ein, an dem die erste Frage an mich gerichtet wurde und danach ließen sich die anderen nicht mehr stoppen. »Seattle ist das völlige Gegenteil von hier. Es ist eben eine Großstadt und in der Gegend fällt auch sehr viel Regen. Die Sonne sieht man da nicht ganz so oft.«, beantwortete ich die Frage, die Elena mir eben erst gestellt hatte. Es schien sie alle tatsächlich zu interessieren wie es mir ging, was ich tat, wie mein Leben so war. »Und wie läufts mit den Männern?« Cassy grinste; woher sollte sie wissen, dass Elio und ich mal ein Paar waren? Sie war hier nicht mit uns großgeworden. Beschämt versuchte ich zu lächeln, wich Elios Blick aus. »Ähm ich hab ehrlich gesagt nicht so viel Zeit für sowas; ihr wisst schon, die Arbeit und alles.«
honeysome
30.01.19 um 20:51
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Cassy hatte nicht wissen können, dass es vielleicht nicht die beste Idee gewesen war, Adeline und mich an einem Tisch zu platzieren. Nathan hätte es sich zwar denken können, aber es hätte die Situation nur noch seltsamer gemacht, uns an unterschiedliche Plätze zu setzen. So saßen wir uns gegenüber und hörten Adelines Familie über ihre besten Anekdoten zu, welche sie im Zuge der Hochzeit zum Besten gaben. Ich hatte mir immer ausgemalt, wie es sein würde, wenn Adeline und ich uns eines Tages irgendwann wiedersehen würden - auch wenn ich das nie in Erwägung gezogen hatte. Ich dachte darüber nach, ob ich wütend sein würde, oder ob ich sie ignorieren würde und im Endeffekt trat keines von diesen Dingen ein. Ich saß hier mit ihr und verspürte nicht das Bedürfnis, ihr eine Szene zu machen. Vielleicht lag es auch einfach nicht in meiner Natur.
Als nun Cassy ihr die unvermeidbare Frage nach einem Freund stellte, wurde ich hellhörig, ließ mir aber nichts anmerken. Ihre Antwort erstaunte mich einerseits, andererseits wusste ich auch nicht, ob man ihr diese Antwort sicher abnehmen konnte. Immerhin wusste sie, wen sie vor sich hatte und Adeline war klug genug, um ihre Antworten weise zu wählen.
honeysome
02.03.19 um 18:43
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

:-)
paranoia
02.03.19 um 18:44
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Tut mir leid, dass ich so lange nicht online war :-( Aber Schule war echt stressig die letzten Wochen. Habe jetzt Ferien und setze mich sofort an den nächsten Text.
honeysome
02.03.19 um 18:47
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Zitat von paranoiaTut mir leid, dass ich so lange nicht online war :-( Aber Schule war echt stressig die letzten Wochen. Habe jetzt Ferien und setze mich sofort an den nächsten Text.


Kein Problem, verstehe ich. Ich habe jetzt auch Ferien, freue mich auf deinen Text. :)
paranoia
02.03.19 um 18:56
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Um ehrlich zu sein, ich hatte in Seattle einige Männer kennengelernt und mich in das Abenteuer Affäre gestürzt. Doch während die Männer sich an mich gewohnten und anfingen mich gern zu haben, blieben meine Gefühle für sie irgendwie auf der Strecke geblieben. Mein Herz schlug nun einmal für meinen Job und irgendwie passierte in mir drinnen nicht viel, so gefühlsmäßig. Es tat mir leid, die Verbindung dann wieder abbrechen zu müssen, doch ich wollte mein Leben jetzt noch nicht für einen Mann umkrempeln und ändern; das war ja auch der Grund gewesen, wieso ich meine Heimat und Elio verlassen hatte.
Die ungläubigen Blicke der anderen trafen auf meinen; auch der von Elio. »Nein, ehrlich, das ist mein Ernst.«, sagte ich lachend und es war ein herzliches, ehrliches Lachen. »Ich möchte mich einfach auf meinen Job konzentrieren, der läuft nämlich echt gut. Es war die richtige Entscheidung, nach Seattle zu ziehen.« Dabei sah ich Elio direkt an, um nochmal zu unterstreichen, dass ich nichts bereute.
Cassy ließ das Thema nun bleiben, auch wenn ich ein leicht unzufriedenes Schmollen in ihrem Gesicht registrierte. Ich widmete mich wieder meinem Essen und lauschte den Gesprächen der Anderen.
honeysome
02.03.19 um 19:46
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Natürlich fiel mir Adelines Blick auf, den sie mir demonstrativ zuwarf, um ihre Aussage nur zu untermauern, so als müsste sie irgendjemandem beweisen, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hatte. Dennoch hielt ich ihm stand und blickte herausfordernd zurück. Ich hatte mir nichts vorzuwerfen, ich war nicht derjenige, der einfach abgehauen war.
Zudem erinnerte ich mich daran, wie durcheinander sie vor ein par Tagen noch gewesen war, als sie mir gegenüber stand. Dabei hätte sie ja irgendwann damit rechnen müssen, dass sie mir hier über den Weg lief, immerhin war die Stadt nicht allzu groß und ich wohnte hier.
Dennoch konzentrierte ich mich lieber den Rest des Abends auf die Erzählungen von Cassy und Nathan, welche den ganzen Tisch unterhielten.
paranoia
02.03.19 um 20:41
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Einen Moment Geduld, schreibe gleich. :-)
paranoia
02.03.19 um 20:58
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Es war ein schöner Abend, ganz anders als ich erwartet hatte und ich fühlte mich von Stunde zu Stunde wohler, wieder mehr wie Zuhause. Mein Vater und Nathan packten die alten Geschichten aus, es herrschte eine lockere und amüsante Stimmung. Und von Glas zu Glas merkte ich, wie der Wein an Wirkung gewann, die Geschichten witziger wurden als sie eigentlich waren, und wie der Rand meines Sichtfeldes leicht verschwamm. Ich hatte mir geschworen das Trinken sein zu lassen, zumindest während ich meine Zeit wieder in meiner Heinat verbrachte. Ich würde es nicht als eine Sucht bezeichnen, ich hatte es im Griff, doch bei Stress half es mir mich irgendwie zu beruhigen, den Kopf abzuschalten. Das lag in der Familie, mein Großvater war an seiner Sucht zugrunde gegangen und mein Vater hatte ebenfalls dagegen gekämpft.
Auch Nathan bemerkte meine Heiterkeit und zog mein Weinglas von mir weg, zu sich heran und warf mir einen mahnenden Blick zu. Den Moment nutzte ich um aufzustehen und hinauszugehen, um etwas Luft zu schnappen. Ich bemühte mich normal zu gehen, damit ich nicht negativ auffiel.
Draußen war es abgekühlt, eine kalte Brise strich über meine Haut, löste eine Gänsehaut aus. Langsam ließ ich mich auf eine Bank sinken, die etwas weiter entfernt von den Zelten stand, abfern von der Musik und allem.
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 02.03.19 um 21:01 von paranoia
honeysome
02.03.19 um 21:39
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Adeline hatte wohl schon das ein oder andere Glas zu viel intus, als Nathan ihr Glas zu sich zog und sie mit einem wissenden Blick strafte.
Ich wusste, dass sie dazu tendierte, zu viel zu trinken, wenn sie nervös oder durcheinander war, ich hatte sie einige Male betrunken von irgendwelchen dubiosen Partys nach Hause gebracht.
Mein Blick folgte ihr, als sie irgendwann schwankend die Terrasse verließ, sichtlich bemüht, nicht gegen irgend einen Stuhl zu stoßen.
Mittlerweile war es draußen dunkel geworden und die Lichterketten, welche an allen Holzbalken des großen Pavillions angebracht waren, verbreiteten ein angenehmes, diffuses Licht und überall herrschte Stimmengewirr, die Gäste schienen sich gut zu unterhalten. Nach einer Weile erhob auch ich mich von meinem Platz und ging ein Stück weit in den großen Garten, welcher die Terrasse umgab. Ich hatte schon eine Weile lang das Bedürfnis nach einer Zigarette gehabt, welche ich mir jetzt anzündete, bevor ich einen tiefen Zug nahm. Die Nachtluft war angenehm kühl im Vergleich zu der Hitze, welche von den vielen Gästen ausging und irgendetwas sagte mir, dass jemand nach Adeline sehen sollte.
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 02.03.19 um 21:41 von honeysome
paranoia
02.03.19 um 22:02
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Der Álkohol machte mich müde, langsam sollte ich vielleicht mal nachhause gehen; die Feier würde sicher bis in die Morgenstunde dauern, doch solange würde ich es nicht mehr aushalten. Aber für den Augenblick war dieses Bank wirklich sehr gemütlich. Tief atmete ich die kalte Meeresluft ein und bereute, dass ich mir keine Jacke mitgenommen hatte. Man merkte mittlerweile einfach, dass der Sommer vorbei war, und doch war es hier ein ganz anderes Wetter als in Seattle. Ich empfand kein Heimweh, als ich an Seattle dachte, eher wollte ich lieber noch länger hier bleiben, bei meiner Familie und unseren Freunden.
Ich verspürte ein sich anbahnendes Unwohlsein, schloss die Augen und konzentrierte mich tief ein- und ausatmend auf das Geräusch der Wellen.
honeysome
02.03.19 um 22:23
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ein Stück abseits der Feier, dennoch immer noch leicht im Schein der unzähligen Lichter, stand eine Bank am Übergang zum Strand und ich war mir hundertprozentig sicher, dass es Adeline war, die darauf saß, auch wenn ich sie nur von hinten erkennen konnte. Eigentlich hatte ich mir geschworen, jeglichen unnötigen Kontakt mit ihr zu vermeiden, schließlich waren wir nicht gerade das, was man als beste Freunde bezeichnen konnte. Abgesehen davon hatte man vorhin ziemlich gut erkennen können, dass wir beide keine Ahnung hatten, wie wir miteinander umgehen sollten. Dennoch sagte mir meine Erfahrung, dass es keine gute Idee war, Adeline alleine zu lassen, wenn sie betrunken war. Außerdem hatte sie nichts an, lediglich ihr ärmelloses Kleid und es war definitiv zu kalt für dieses Outfit geworden. Es hatte mich sowieso gewundert, dass Nathan nicht eher im Hochsommer feiern wollte, dann wären die Nächte noch länger und wärmer gewesen, aber ihm war dieses Datum am Ende des Sommers unheimlich wichtig gewesen.
Mit einem Seufzen warf ich schließlich meine Zigarette in das leicht feuchte Gras und trat darauf, ehe ich die paar Schritte Distanz zwischen mir und Adeline überwand und letztendlich neben der Bank stand. »Alles okay bei dir?«
paranoia
02.03.19 um 22:41
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Elio hatte schon immer die Fähigkeit sich fast lautlos an Menschen heranzuschleichen, früher hatte er mich ständig mit Absicht erschrocken. Als plötzliche seine Stimme neben mir ertönte, stieß ich einen Schrei aus und zuckte zusammen; mein Herz war sicher für einen Moment stehen geblieben. »Spinnst du?!«, wollte ich wissen und funkelte ihn böse an. »Bis eben war alles okay.«, fügte ich hinzu, um noch einmal zu unterstreichen, dass ich vor Schreck grad fast gestorben wäre.
Ich wand mich von ihm ab, schloss wieder die Augen und atmete wieder tief ein und aus. Dass ausgerechnet Elio mitbekam, dass ich betrunken war, war mir unangenehm und ärgerte mich. Ich war ihm aus dem Weg gegangen, hatte ihm gezeigt, dass ich nichts bereute und nun passte er mich in einer schwachen Stunde ab. »Na los. Freu dich drüber mich so zu sehen, das verschafft dir doch bestimmt Genugtuung.«, sagte ich leise, mit zitternder Stimme, denn nun frierte ich wirklich, mein ganzer Körper bebte.
honeysome
02.03.19 um 22:52
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Vielleicht tat das kühle Licht des Mondes sein übriges, aber als Adeline mich ansah, um mich kurz darauf anzufauchen, was mir denn überhaupt einfiele, sie so zu erschrecken, war ich selbst ein wenig schockiert, wie mitgenommen sie aussah. Ihre Haut hatte einen blassen Schein bekommen und ich sah, dass sie in der Kälte bebte.
Dennoch konnte ich nicht umhin, ein Grinsen zu unterdrücken, da sie genau so dramatisch reagierte wie früher auch schon. Adeline war eine Drama Queen durch und durch. Gleichzeitig schmerzte es aber auch, dass sie tatsächlich der Meinung war, es würde mich in irgend einer Weise freuen, wenn es ihr schlecht ging. Ich hàsste sie nicht, ich war nicht der Typ der Leute auf ewig verabscheuen konnte. Vielleicht war dies auch der Grund, weswegen ich einfach wortlos den Kopf schüttelte und ihr schließlich meine Jacke hinhielt, damit sie nicht mehr so fror.
paranoia
02.03.19 um 23:08
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Am liebsten würde ich ihn weiter mit Fragen löchern und versuchen ihn zu vertreiben, damit ich endlich wieder allein war; er sollte mich nicht so sehen, er durfte es nicht. Doch dafür fehlte mir die Kraft; Kälte und Álkohol waren keine gute Kombination. Ein leises »Danke« murmelnd nahm ich seine Jacke an, legte sie mir um, leider brachte das nicht viel, weshalb ich die Jacke umständlicherweise richtig anziehen musste. Dabei konnte ich es mir nicht nehmen lassen, den Geruch der Jacke tief einzuatmen. Nostalgie; Elios Geruch war mir noch immer so vertraut, nach all dieser Zeit. Plötzlich sehnte ich mich nach menschlicher Nähe, ein Bedürfnis, welches ich in Seattle zurückgestellt hatte. Ich hatte meine Heimat so vermisst, meine Familie, meine Freunde und gerade in diesem Moment: Elio. Ich fühlte mich schuldig und schlecht. Schlecht war das stichwort, bei dem sich der Álkohol wieder bemerkbar machte. Seufzend lehnte ich mich zurück.
honeysome
02.03.19 um 23:17
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Da Adeline mich schließlich doch zu tolerieren schien, ließ ich mich auf der Bank ein Stück entfernt von ihr nieder und richtete meinen Blick aufs Meer. Die See lag tiefschwarz in der Dunkelheit, lediglich der Mond zog eine feine Linie aus glitzernden Flécken über das Wasser. Das sanfte Rauschen der Brandung war in der Ferne zu hören und vermischte sich mit dem Lärm der Feier. Etwas, dass ich immer an Adeline gemocht hatte, war, dass man mit ihr Schweigen konnte und es wurde nicht seltsam. Nicht mal jetzt, wo so viel zwischen uns stand und eigentlich alles hätte komisch sein müssen. Sogar jetzt war es angenehm, in Stille nebeneinander zu sitzen. Adelines Bissigkeit, die sie vor wenigen Minuten noch gezeigt hatte, schien verblasst zu sein und wachsam sah ich sie an, weil sie vom Minute zu Minute weniger so wirkte, als würde es ihr sonderlich gut gehen.
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 02.03.19 um 23:17 von honeysome
paranoia
02.03.19 um 23:30
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Selbst mit geschlossenen Augen drehte sich alles und ich fühlte mich elendig, weil ich mich wieder von meiner Nervosität hatte unterkriegen lassen und wieder getrunken hatte, um mich zu beruhigen. Dad wäre enttäuscht von mir, wenn er das mitbekommt. Schweigend zog ich die Jacke an mich und verspürte eine Linderung meines Unwohlseins, wenn ich den Duft von Elio einatmete. Und dann kam mir eine Idee, die mir betrunken nicht blöd vorkam. Ich brauchte nicht drüber nachdenken, denn es war mir im Moment eh egal. Langsam lehnte ich meinen Oberkörper rüber, runter, als würde ich mich hinlegen, und legte meinen Kopf auf Elios Bein ab, er saß in einer perfekten Distanz zu mir. »Tut mir leid, ich muss grad..«, sagte ich, doch ich brach ab. Viel zu verführerisch war es meine Augen zu schließen und mich einen Moment auszuruhen. Irgendwo kreischte eine Möwe, dann konzentrierte ich mich wieder auf das Rauschen des Meeres.