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serenity || honeysome & paranoia

paranoia
09.08.18 um 22:48
Avatar von paranoia
Der Thread dient nur den oben genannten Personen, alle anderen verschwinden an dieser Stelle bitte. ;-)

Steckbriefvorlage
Name:
Alter:
Aussehen:

Der Rest wird sich ja im Laufe des RPGs herausstellen.
Freue mich drauf. :-))
paranoia
09.08.18 um 23:03
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Name:
Adeline Marie O´Connor
Alter:
Sie ist 24 Jahre alt.
Aussehen:
https://i.pinimg.com/originals/5d/d4/fb/5dd4fba4eb768cad0c4cd49da927acac.jpg
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 09.08.18 um 23:04 von paranoia
honeysome
09.08.18 um 23:03
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Name Elio Kendrick
Alter 24
Aussehen https://pin.it/45z3p2ajih7vpp
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 09.08.18 um 23:03 von honeysome
paranoia
09.08.18 um 23:05
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Wollen wir anfangen? Bist du heute noch länger online?
honeysome
09.08.18 um 23:07
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Zitat von paranoiaWollen wir anfangen? Bist du heute noch länger online?


Ja, ich denke, ich bin noch ein wenig online. Ansonsten morgen Früh wieder.
paranoia
09.08.18 um 23:36
Avatar von paranoia

Adeline

Ich wusste, dass der tagelange Regen ein schlechtes Omen sein musste. Irgendwie hatte ich es im Gefühl und sieh, ich hatte Recht; in diesem Moment saß ich schon im Flugzeug und war auf dem Weg in meinen Geburtsort. {(Sollten uns btw mal für eine Stadt entschéiden)}
Vor knapp zwei Wochen hatte ich die Einladung zur Hochzeit meines Bruders erhalten und hatte eigentlich gehofft, ich könnte es vermeiden dorthin zu gehen. Um kein schlechtes Gewissen zu bekommen, hatte ich mir vorgenommen es wenigstens versucht zu haben und meinen Chef nach Urlaub gefragt. Leider hatte ich das in den letzten Jahren nie getan und erhielt deshalb die Erlaubnis, also musste ich dorthin. Ehrlich gesagt war ich überrascht gewesen, dass ich überhaupt eingeladen worden war, schließlich hatte ich kaum Kontakt zu meiner Familie gehabt, seit ich in Seattle lebte. Hier führte ich ein ganz anderes Leben, ein besseres Leben. Ich arbeitete viel und hart, doch die Großstadt war mir ans Herz gewachsen; der Straßenlärm, der Regen, die kühlfeuchte Luft. Hier hatte ich neu angefangen.
Nach einem stundenlangen Flug landete ich endlich. Von hier dauerte es noch eine Weile mit dem Auto und die Verlobte von meinem Bruder hatte sich blöderweise auch noch dazu bereit erklärt mich abzuholen. Lieber wäre ich still und unauffällig in dem kleinen Ort angekommen, doch mit ihr an meiner Seite blieb mir dies verwehrt. Dass sie sich so freuen würde mich zu sehen, war mir irgendwie unangenehm. Obwohl ich nur mit einem kleinen Flugzeug gekommen war und mit mir nur wenige andere Menschen die Gepäckstation verließen, hielt sie ein Schild mit meinem Namen in der Hand hoch und stieß einen Freudenschrei aus, als sie mich auf sich zukommen sah. "Heyyyy.", murmelte ich und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Cassy hielt mich lange im Arm, nahm mir dann meinen Koffer ab und führte mich zu ihrem alten Chevy-Transporter. Der Motor gab ein ohrenbetäubendes Geräusch von sich, ehe er ansprang und wir losfuhren. Im Gegensatz zu Seattle schien hier die Sonne, die Herbstluft war so angenehm, dass ich das Fenster ein Stück runterkurbelte. Zum Glück war Cassy ein sehr aufgeweckter Mensch, deshalb redete sie die meiste Zeit. Sie erzählte mir von der Hochzeit, tratschte über Menschen, deren Namen ich zuletzt auf der Highschool gehört hatte. Anfangs versuchte ich zu zuhören, doch nach einer Weile drifteten meine Gedanken ab.
Nach guten anderthalb Stunden erreichten wir meine Heimatstadt. Wir hielten noch kurz an, da Cassy etwas besorgen musste, dann fuhren wir weiter zum Anwesen meiner Familie und je näher wir diesem kamen, desto weiter wuchs meine Nervosität. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde.
honeysome
10.08.18 um 0:12
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ein warmer Windstoß wirbelte einen kleinen Haufen Blätter am Straßenrand auf und verteilte sie in den Vorgärten der Leute. Unter meinen Füßen knirschte es leise, während ich die Straße hinunterging, vielleicht etwas schneller, als es ein normaler Spaziergänger getan hatte. In einer Dreiviertelstunde begann meine Schicht in der Bar und ich hatte heute noch nicht nach meinem Vater gesehen, weshalb ich das noch erledigen wollte, bevor die Sonne über dem Meer versank und die ersten Leute vom Strand hinauf an die Promenade kommen würden, um sich einen Drink zu genehmigen und sich aufzuwärmen, immerhin wurden die Abende jetzt deutlich kälter. Die Sonne stand mittlerweile tief und färbte die niedrigen Häuser der Gegend in ein warmes, golden schimmerndes Licht. Immer wieder wurden die Bäume am Straßenrand vom Wind geschüttelt, welcher vom Meer heraufkam und der trotz seiner letzten Sommerwärme schon einen gewissen Biss mitbrachte, der den Herbst erahnen ließ.
Schon von Weitem fiel mir das beigefarbene Haus auf, welches aufgrund seiner Höhe deutlich zwischen den anderen Gebäuden hervorstach. Einen Preis für ein architektonisches Meisterwerk würde sein Erbauer wohl nicht mehr gewinnen. Mit einem lauten, endgültigen Geräusch fiel die gläserne Eingangstür hinter mir zu und ich fand mich im Treppenhaus wieder, wo mich der Geruch von kaltem Zigarettenrauch erwartete. Um hier so schnell wie möglich wieder herauszukommen, nahm ich zwei Stufen auf einmal, bis in den fünften Stock. Es war still im Haus, erstaunlich still, wenn man seine Bewohner kannte. Lediglich das Klacken des Schlüssels im Schloss hallte durch die Gänge, ehe ich die Wohnungstür aufdrückte. Es dauerte einige Sekunden, in denen sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnen mussten, ehe ich erkannte, dass das klirrende Glas auf dem Boden von einer leeren Flasche Cognac stammte, welche ich jetzt mit dem Fuß zur Seite schob. Ich musste nicht lange suchen, eine Spur aus liegen gelassenen Klamotten und Bierflaschen führte mich ins Wohnzimmer, wo er wie immer zusammengesunken auf der Couch saß. »Dad.« Er reagierte nicht, starrte lediglich die Wand gegenüber mit der hässlichen Blumentapete an. »Dad!« Langsam zuckte sein Augenlid, ehe er schwerfällig den Kopf zu mir drehte. Ich wusste nicht, ob er mich erkannte, aber ich hatte jetzt nicht die Zeit, ihm zu erklären, wer ich war.
Zielstrebig durchschritt ich das Zimmer, schob die Vorhänge beiseite, öffnete die Fenster bis zum Anschlàg und sah zu, wie das Zimmer von der Abendsonne geflutet wurde, in deren Strahlen die Staubteilchen tanzten. Dann ging ich in die Küche, holte ihm ein Glas Wasser und stellte sicher, dass er seine Medikamente genommen hatte. Manchmal vergaß er sie einige Tage. Ich beobachtete ihn, wie er in kleinen Schlucken an dem Wasserglas nippte und wieder einmal fiel mir auf, wie viel älter er für sein Alter aussah. Schweigend hielt ich ihm meine Hand hin, hievte ihn von der Couch und als wir im Schlafzimmer angekommen waren, drückte ich ihn sanft aber bestimmt aufs Bett. »Schlaf dich aus, ich komme morgen wieder vorbei.«
Sein Blick schien durch mich hindurchzugehen und er reagierte nicht, weswegen ich ihm die Decke bis zum Hals zog, die Fenster in den restlichen Zimmern öffnete und auf dem Weg aus der Wohnung die leeren Flaschen einsammelte. Es tat mir leid, dass ich nicht mehr Zeit hatte, aber in seinem Zustand hätte ich auch gegen eine Wand reden können.
Ich atmete tief auf, als ich aus der Eingangstür ins Freie trat und von der frischen Luft des Meeres getroffen wurde. Ohne noch einmal umzusehen, ging ich fort, weiter die Straße hinunter, an deren Ende schon die bunten Lichter der Promenade glänzten.
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 11.08.18 um 22:20 von honeysome
paranoia
10.08.18 um 0:41
Avatar von paranoia

Adeline

Wir passierten das Eingangstor, dessen steinerner Bogen von Efeu bewachsen war. Hohe Bäume reihten sich an den Seiten der, von bunten Blättern bedeckten Schotterstraße auf und wilde Blumen wuchsen am Rande. Es sah genauso aus wie in meiner Kindheit. Das Anwesen war schon seit vielen Generationen im Besitz meiner Familie, es bestand aus zwei großen Häusern und etwas ähnlichem wie einer Farm, im östlichen Teil grenzte ein Stück Wald und ein See. Je näher wir dem Haupthaus kamen, desto besser konnte ich die Gestalten erkennen, die dort auf mich warteten. Mein Dad und seine Frau Frieda und mein Bruder.
Als Cassy hielt, blieb ich noch einen Moment sitzen, doch ich musste bald darauf aussteigen, da es sonst komisch aussehen würde. Mein Dad hatte einen Strauß Blumen in der Hand, den Arm um Elena gelegt. Er sah glücklich aus und das beruhigte mich; nach dem Tod meiner Mutter war es nicht leicht gewesen. Das konnte es nicht gewesen sein.. "Addi!", raunte er, als er mich in die Arme schloss. Seine Umarmung war fest und bestimmt, sie dauerte lange und fühlte sich irgendwie seltsam an, ungewohnt. Trotzdem erwiderte ich sie und tatsächlich fühlte es sich gut an. Als er mich los ließ hatte ich Zeit ihn kurz zu betrachten; sein Bart war länger und grauer geworden, das Gesicht etwas faltiger, doch das Grinsen war noch immer dasselbe. Er schien sich wirklich über meinen Besuch zu freuen. Auch Elenas Freude schien wahrhaftig zu sein. "Dünn bist du geworden, Schätzchen. Isst du denn genug?", tadelte sie mich und ich wusste, dass mich drinnen reichlich zu Essen erwarten würde.
Und dann kam ich zu Nathan. Mir war von Anfang an klar gewesen, dass Cassy mich zur Hochzeit eingeladen hatte, nicht mein Bruder. Er war mit meinem Umzug nach Seattle am wenigsten klargekommen, ich hatte ihn hier allein gelassen, mit meinem trauernden Dad, unserem Zuhause.. seine Begrüßung war halbherzig, doch zum Glück hatte ich keine Zeit mehr darüber nachzudenken. Wie erwartet gab es sowas wie ein Festessen, Elena hatte sich wieder einmal selbst übertroffen. Nachdem mein Vater mir mit dem Gepäck geholfen hatte, hatte ich endlich Zeit für mich. Es war schon spät, doch ich war zu aufgewühlt um Schlafen zu gehen. Was war das für ein Gefühl, nach fünf Jahren wieder Zuhause zu sein? Durfte ich das hier überhaupt noch mein Zuhause nennen?
Ich musste mir eine Beschäftigung suchen, sonst würde ich hier durchdrehen. Vor allem aber, wollte ich dem Gespräch mit Nathan aus dem Weg gehen, das packte ich jetzt einfach noch nicht. Ich müsste mir meine Fehler und Gefühle eingestehen und für die Konfrontation war ich noch nicht bereit. Deshalb schnappte ich mir Chackie, unseren acht Jahre alten Border-Collie und machte mich mit ihm auf den Weg zum Strand, damit wir uns beide noch etwas bewegen konnten.
paranoia
10.08.18 um 0:44
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Der Text ist absoluter Trash, gucke nur nebenbei einen Film und das lenkt doch gut ab. :D
honeysome
10.08.18 um 12:28
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ach was, haha. Mein nächster Text kommt bald.
paranoia
11.08.18 um 11:55
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Oki
paranoia
11.08.18 um 21:22
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

:-)
honeysome
11.08.18 um 21:24
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ich mache mich in ca. einer Stunde an den Text.
honeysome
11.08.18 um 23:07
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Schwungvoll drückte ich die Tür zur Bar auf und sofort war ich umgeben von Wärme und lautem Stimmengewirr. Es war Freitag, weswegen mehr Leute hier waren, als es üblich war für diese Uhrzeit und ich schätzte, dass es noch mehr werden würden. »Hi, Kesh«, begrüßte ich einen meiner Kollegen, welcher in einer halben Stunde seine Schicht beenden würde. »Elio«, erwiderte er mit einem Kopfnicken und widmete sich dann wieder dem Drink einer Blondine, welche verträumt am Tresen lehnte und jede seiner Bewegungen genauestens beobachtete. Ich wusste, mit wem er heute Abend nach Hause gehen würde. Nachdem ich meine Jacke hinten in dem kleinen Mitarbeiterraum abgelegt hatte, krempelte ich die Ärmel meines schwarzen Hemdes hoch und nahm meinen Platz hinter der Bar ein, um die Gäste dieses Abends mit den verschiedensten Drinks zu beglücken. Ich liebte diesen Job, keine Frage, aber an diesem Abend war ich abgelenkt. Vielleicht war es auch nur Unkonzentriertheit, aber der Gedanke an meinen Vater ging mir nicht aus dem Kopf. Normalerweise besuchte ich ihn immer morgens, dann hatte ich den Tag über den Kopf frei, aber heute hatte ich es nicht früher geschafft und es zog mich immer ein wenig runter, wenn ich sah, wie er vor sich hin vegitierte.
Natürlich merkten auch die Gäste, insbesondere die, die regelmäßig hier waren, dass ich nicht in meiner gewöhnlichen Form war und so erntete ich einige enttäuschte Blicke, wenn ich mich nicht auf den ein oder anderen Flirt zwischen zwei Drinks einließ. Die Musik erschien mir heute zu laut, die Menschen zu viele und die Lichter zu hell. Nach zwei Stunden war der Laden zum Bersten voll und ich gab Kesh zu verstehen, dass ich eine kurze Pause machen würde. Da es normalerweise nicht meine Art war, meine Schicht für Raucherpausen zu unterbrechen, war er wohl bereit, ein Auge zuzudrücken, also nickte er nur und schickte mich mit einer vagen Handbewegung nach draußen. Das Rauschen der Wellen löste die Musik von drinnen ab und erleichtert atmete ich auf, während ich eine Hand schützend vor meine Zigarette hielt, damit der kühle Wind nicht an die Flamme des Feuerzeugs gelagte.
paranoia
12.08.18 um 20:13
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ein zehnminütiger Weg auf einem Trampelpfad führte runter an unseren Strandab***, von dort aus waren es weitere Minuten zum Pier. Vom Strand aus konnte die bunten Lichter der Bars sehen und die Musik hören, doch hier war das Rauschen des Meeres lauter. Eine kühle Brise strich über meine Haut und ich war froh eine Strickjacke übergezogen zu haben. Der Sommer war so gut wie vorbei, hier an der Küste war es einfach schon etwas kälter.
Chackie lief brav neben mir her und blieb nur selten zum Schnüffeln stehen. Als meine Eltern den Hund gekauft hatten, war ich grade sechzehn geworden und hatte mich natürlich riesig gefreut, wobei wir schon immer Hunde gehabt haben. Früher war ich auch gern geritten, doch nach einem Sturz war mir der Spaß daran vergangen.
Als wir die Promenade erreichten, nahm ich Chackie doch lieber an die Leine, aufgrund der vielen Menschen hier. Seit ich zuletzt hier gewesen war, hatte sich, gegen meine Erwartungen, kaum etwas verändert. Obwohl die Stadt am Meer lag, waren wir kein typischer Touristenort, das alles hier hatte noch etwas uhriges, die Stadt war sauber und eher ruhig. Hier machte man während einer Reise nur halt um zu pausieren, höchstens für eine Nacht, dann ging man wieder. Das völlige Gegenteil von Seattle.
In Gedanken versunken bummelte ich die Promenade entlang, fasziniert vom Anblick des Meeres, das noch im Licht der letzten Sonnenstrahlen funkelte und dem Himmel, der von einem rosa-orange nun in ein tiefes blau überging. So etwas bekam man in Seattle nicht zu Gesicht, denn dort umgaben einen nur Wolkenkratzer. Es war wirklich ein komisches Gefühl nach all den Jahren wieder hier zu sein.
honeysome
12.08.18 um 21:27
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Tief zog ich an meiner Zigarette und in wenigen Sekunden setzte die beruhigende Wirkung ein, als sich der Rauch in meiner Lunge ausbreitete. Der kalte Wind, welcher vom Meer herauf an Land wehte, tat sein Übriges und langsam aber sicher entspannte ich mich wieder ein wenig. Ich wusste, dass Kesh mein Fehlen gut abfangen konnte, dennoch konnte ich nicht ewig hier draußen bleiben, obwohl sich in mir im Moment alles dagegen sträubte, wieder in die Hitze und den Lärm zurückzugehen. Es war ein Privileg, hier in der Stadt arbeiten und von hier aus studieren zu können, aber manchmal hatte ich das Gefühl, dass mir hier die Decke auf den Kopf fallen würde, wenn ich nicht bald hier rauskam. Andererseits war mein Vater hier und alle meine Freunde, weshalb ich immer noch an diesem kleinen Ort hier hing. Wäre es anders, wäre ich schon lange von hier abgehauen, hätte vielleicht ein paar große Städte besucht, das Land entdeckt, weil es noch so unglaublich viele Ecken gab, die ich nicht kannte, während ich hier festsaß. Zugegeben, unsere Stadt war wunderschön, der Ort, an den sich vereinzelt auch Urlauber zurückzogen, die Ruhe suchten. Dennoch wäre ich froh über ein wenig Abwechslung. Während ich an die Wand gelehnt stand, betrachtete ich die einsamen Gestalten, die jetzt noch an der Promenade entlangliefen, und mein Blick blieb an einem Schatten hängen, der mir bekannt vorkam. Aber es konnte nicht sein, dass sie wieder zurück gekommen war. Nicht nach all dieser Zeit.
paranoia
12.08.18 um 21:56
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Ich setzte mich auf eine der hölzernen Bänke, die Leine legte ich neben mir ab und Chackie nahm auf dem Boden Platz. Mein Handy hatte ich den ganzen Tag nicht gecheckt, weshalb ich das jetzt tat; E-mails und so weiter.
Vertieft ins Lesen bemerkte ich erst nach einigen Minuten, dass Chackie nicht mehr vor mir saß. Auch als ich mich umsah, konnte ich ihn nicht sehen, der Strand vor mir war leer, ebenso wie alles hinter mir. ?Schéiße?, murmelte ich, stand auf und rief ein paar mal seinen Namen, ging an einigen Bars vorbei und schließlich fand ich ihn, schwánzwedelnd vor einem jungen Mann sitzend. Je näher ich kam, desto mulmiger wurde mir zumute, denn der Mann sah mir verdächtig vertraut aus. Und das war er auch, sonst wäre der Hund ja nicht zu ihm gerannt.
Es war knapp viereinhalb Jahre her, seit ich Elio das letzte Mal gesehen hatte. Vor all den Jahren war ich schließlich aus der Stadt geflohen, um ein neues Leben anzufangen. Er sah verändert aus, aber vielleicht kam es mir auch nur so vor. Am liebsten wäre ich umgedreht ehe er mich sehen würde, doch ich musste ja den Hund irgendwie mitnehmen und in diesem Moment schien auch Elio mich zu erkennen.
Ich wollte gar nicht wissen, wie dämlich mein aufgesetztes Lächeln aussah. Vielleicht hätte ich mich wirklich gefreut ihn zu sehen, hätte ich ihn nicht damals verlassen und mich nicht mehr gemeldet. Echte Freude wäre in diesem Moment wohl nicht angebracht gewesen. ?Hallo Elio.?, brachte ich nur heraus.
honeysome
14.08.18 um 23:13
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Nachdem ich mich davon versichert hatte, dass es nicht Adeline gewesen war, die ich da oben an der Promenade hatte laufen sehen, wandte ich mich wieder dem Meer zu uns sah auf die glitzernde Oberfläche, auf der sich die verschiedensten Lichter spiegelten. Das Wasser trug die bunten Farbflécken über seine Oberfläche, bis eine Welle über ihnen zusammenbrach, aus deren Tiefe sie aber sofort wieder aufstiegen, sobald sich das Wasser wieder etwas glättete.
Ich wollte gerade die Tür öffnen und zurück an die Bar gehen, schließlich konnte ich nicht allzu lange weg bleiben, als ein massiger Körper mich von hinten rammte und beinahe zu Boden riss. Ich drehte mich um und sah vor mir einen Hund sitzen, sein schwarz-weißes Fell im Wind wehend. »Wer hat dich denn hier verloren?« Ich ging in die Knie und begann, seine Ohren zu kraulen, ehe ich den Blick hob, um nach einem eventuellen Besitzer Ausschau zu halten. Allerdings war dies kein gewöhnlicher Hund, irgendetwas kam mir an ihm bekannt vor. Fieberhaft überlegte ich, wen ich suchen sollte, falls kein Besitzer auftauchte, als ich in meinen Gedanken unterbrochen wurde, weil eine Gestalt einige Meter entfernt von mir auftauchte. Es war dunkel, dennoch erkannte ich ihre Silhouette sofort und ich blickte zurück zu dem Hund zu meinen Füßen. Aber es konnte nicht sein. Das hier konnte nicht Adeline sein und der Hund auch nicht der ihrer Familie. Wieso sollte sie den jetzt auf einmal zurückkommen? Dennoch, ihre Stimme ließ keine Zweifel daran. Sie stand direkt vor mir. Langsam erhob ich mich, was dazu führte, dass der Hund an meinen Beinen hochsprang, fordernd nach Aufmerksamkeit. Abwesend legte ich eine Hand auf seinen Kopf, während ich die Augenbrauen hob, immer noch etwas perplex, sie hier vor mir stehen zu sehen. »Adeline«, erwiderte ich, und es war keine Frage, sondern eine Feststellung.
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 14.08.18 um 23:13 von honeysome
paranoia
19.08.18 um 20:58
Avatar von paranoia

Re: serenity || honeysome & paranoia

Auf diesen Moment war ich nicht vorbereitet gewesen. Ich hatte die Tatsache verdrängt, dass er wohl immer noch in dieser Stadt lebte, dass er nicht vorangekommen war. Und das war mir vor vier Jahren schon bewusst gewesen, deshalb hatte ich ihn verlassen. Denn ich wollte nicht in diesem Kaff versauern, wollte die Welt sehen und neue Menschen kennenlernen. Ich wollte ein anderes Leben.
Als ich die Stadt verlassen hatte, hatte ich mich noch einige Wochen mit Sehnsucht und Schuldgefühlen rumgeplagt, doch dann hatte ich angefangen zu arbeiten und dann war Elio Vergangenheit und vergessen gewesen. "Ich ähm.. also..", stammelte ich vor mir her, während ich mich bückte um die Leine aufzuheben und Chackie an meine Seite zerrte. Mir stieg die Röte ins Gesicht, auf einmal wurde mir ganz heiß. Ich atmete tief ein und aus, riss mich zusammen, um einen richtigen Satz hervorzubringen, "Tut mir leid, er ist mir weggelaufen.", sagte ich, mit einem bedauerlichen Blick auf die Pfotenabdrücke auf Elios Hose. "Ich hoffe er war nicht zu überdreht." Was für eine blöde Aussage; Chackie wedelte noch immer mit dem Schwánz, winselte leise und kam nicht zur Ruhe. Ich kam mir einfach nur bescheuert vor, wusste nicht was ich sagen sollte, ob ich überhaupt etwas sagen sollte. Vielleicht sollte ich einfach gehen, ja, das war die beste Idee. "Ich ähm.. sorry nochmal. Ich wird jetzt gehen." Schnell drehte ich mich um, machte einfach kehrt und ging mit schnellen Schritten davon. Dadurch blieben mir weitere Peinlichkeiten erspart, heute zumindest. Spätestens ins den nächsten Tagen würde ich ihn wiedersehen, denn soweit ich wusste, war er der Trauzeuge meines Bruders. Und da ich die Trauzeugin der Braut war, konnte ich Elio unmöglich aus dem Weg gehen.
honeysome
07.09.18 um 19:09
Avatar von honeysome

Re: serenity || honeysome & paranoia

Sorry, dass es so lange gedauert hat, ich hatte ein bisschen viel zu tun, haha. Aber ich stelle sofort meinen Text fertig, der kommt bald.