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Re: Dollhouse

Silvaniae
10.08.18 um 10:50
Avatar von Silvaniae
okay :3
Ich melde mich dann heute Abend mit dem Stecki zurück ^^
Bis dahin wünsche ich dir einen wunderschönen Tag :3
emordnilaP
10.08.18 um 20:35
Avatar von emordnilaP

Re: Dollhouse

Name: Eleanor Joan Leighton. Ihre Geschwister nennen sie Len, oder häufiger noch Joanie, aber für alle anderen ist sie Lady Eleanor.
Alter: 19 Jahre
Aussehen: Die junge Dame ist in etwa durchschnittlich groß, gleichzeitig aber auch sehr schlank und zierlich. Ihre blasse Haut trägt noch zusätzlich dazu bei, dass Eleanor zerbrechlicher aussieht als sie ist. Man sagt, sie sähe ihrer Mutter sehr ähnlich, was durch ein großes Portrait besagter Mutter in der Bibliothek bestätigt wird. Jedes Mal wenn Eleanor davor steht, ist es, als würde sie ihr älteres Spiegelbild ansehen. Dasselbe dichte, honigblonde Haar, welches ihr in sanften Wellen bis zur Taille fällt wenn sie es nicht ordentlich zusammenbindet oder hochsteckt.
Auffälliger noch das fast puppenhafte Gesicht mit dem leicht spitzen Kinn, einer kleinen Stupsnase und vollen, blassrosa Lippen, auf denen dauerhaft ein wissendes Lächeln zu liegen scheint. Der einzige Unterschied zu ihrer Mutter sind Eleanors Augen, deren Pupillen unverhältnismäßig groß erscheinen verglichen mit der schmalen graublauen Iris. Eleanor ist daran gewöhnt ihren Willen zu bekommen und tritt auch dementsprechend auf. Ihre Haltung ist aufrecht und fordert den Respekt, der ihr zusteht.
Familie:
- Hector Leighton, 6th Earl of Collingwood (54); Vater
- Dorothy Leighton; Mutter (verstorben)
- Frances Leighton, Countess of Collingwood (39)
- Clemence Leighton (24); Bruder
- Isabella Leighton; Schwester (verstorben)
- Adrian Leighton (15); Bruder
- Gracelyn Leighton (12); Schwester

Das Haus Collingwood genießt großes Ansehen in der gehobenen Gesellschaft und verfügt über umfassende Besitztümer. Auf den ersten Blick wirkt die Familie tadellos, auch wenn der Earl noch ein zweites Mal geheiratet hat. Seine erste Frau starb bei der Geburt eines dritten Kindes, welches ebenfalls kurz darauf verstarb. Somit sind Eleanor und ihr älterer Bruder nicht die Kinder der derzeitigen Countess. Dennoch ist Eleanor der Liebling ihres Vaters geblieben, was zu Spannungen in der Familie führt.
Backstory: Abgesehen vom frühen Verlust ihrer Mutter im Alter von knapp zwei Jahren hatte Eleanor eine gute Kindheit. Sie lernte schnell, ihre wahren Gefühle hinter einer Maske zu verbergen, höflich zu lächeln anstatt zu widersprechen und stets gehorsam zu bleiben. Im Austausch für gutes Benehmen wurde ihr jeder Wunsch erfüllt, während Privatstunden in Literatur, Etikette, Musik etc. sie auf die Anforderungen der Gesellschaft vorbereiteten.
Doch die Erwartungen stiegen je älter sie wurde und schon bald begann Eleanor, sich unter Druck gesetzt und eingeengt zu fühlen. Zwar wusste sie das Leben im Reichtum zu schätzen, sehnte sich aber gleichzeitig im Stillen nach Freiheit. Wie ihr jedoch bald klar gemacht wurde, waren solche Gedanken unpassend für eine junge Dame, also spielte sie stattdessen weiterhin ihre Rolle als ehrenhafte Tochter des Hauses.
Sonstiges: Eleanor teilt ihre Räumlichkeiten mit einem kleinen, braun-weißen Kater, der nach ihrer liebsten Süßigkeit benannt ist. Chocolate, kurz Choco, ist einer der Streitpunkte mit ihrer Mutter, da diese die Anwesenheit von Tieren im Haupthaus höchst unhygienisch findet.
Silvaniae
10.08.18 um 22:16
Avatar von Silvaniae

Re: Dollhouse

wow, dein Stecki ist richtig gut geworden *-* Ich bin schon gespannt auf die Konflikte zwischen unseren Charakteren- denn ich glaube nicht, dass mein Chara jemand sein wird, der gerne Befehle ohne zu hinterfragen befolgt x3
Mein Stecki kommt leider erst mrgen- ich bin ziemlich müde und möchte nicht einfach irgendetwas dahinklatschen :/
emordnilaP
10.08.18 um 22:55
Avatar von emordnilaP

Re: Dollhouse

Haha, danke ^^
Uii okay das klingt interessant. Ich bin auch schon gespannt auf deinen Chara :D Aber wie gesagt, kein Stress. Schlaf gut! :3
Silvaniae
13.08.18 um 9:21
Avatar von Silvaniae

Re: Dollhouse

hey, tut mir leid- ich hatte meine freie Zeit im Urlaub wohl etwas überschätzt, weswegen ich bisher immer noch nicht dazugekommen bin den Stecki zu erstellen- wir sind jeden Tag von früh morgens bis spät Abends unterwegs und danach bin ich so totmüde, dass ich einfach nur schlafen will >.<
Ich bin aber ab morgen Abend wieder zuhause und dann kommen mein fertiger Stecki (ich bin sogar schon fast fertig, aber bei ein/zwei Punkten mir noch nicht ganz sicher und die würde ich gerne in Ruhe überlegen und nicht jetzt in einer freien Sekunde reinquetschen nur damit der Stecki fertig ist) und ich bin auch wieder mehr online :3
Ich hoffe du hast Verständnis und es tut mir leid >.
emordnilaP
13.08.18 um 14:28
Avatar von emordnilaP

Re: Dollhouse

Ist alles kein Problem, wirklich! Ich hab Zeit ^^ Freue mich schon auf deinen Stecki, aber genieß erstmal in Ruhe den Resturlaub :3 (Obwohl das ziemlich anstrengend klingt o.0 Wo bist du denn?)
Silvaniae
17.08.18 um 16:21
Avatar von Silvaniae

Re: Dollhouse

Ich war in Amsterdam ^^
Und danke- ich hoffe der Stecki passt so :3
Silvaniae
17.08.18 um 16:21
Avatar von Silvaniae

Re: Dollhouse

Name: Cyril Lloyd, er wird aber von Freunden meistens einfach nur Cy genannt, weil er seinen Namen nicht wirklich leiden kann. Den Nachnamen Llyod bekam er vom Waisenhaus zugewiesen, seinen richtigen Nachnamen kennt er nicht.
Alter: Cyril weiß sein genaues Geburtsdatum und somit sein Alter nicht, aber er gibt meistens den 24.3 an, wenn er danach gefragt wird und schätzt sein Alter auf etwa 22 oder 23- angeben tut er stets ein Alter von 22.
Aussehen: Cyril ist 1,78m groß und hat einen eher schlaksigen Körperbau. Er hat hellbraune, fast schon goldene Augen- wenn das Sonnenlicht in diese fällt. Seine Haare sind von einem sehr dunklen, fast schon schwarzen Braunton und von einer samtig-weichen und leicht gelockten Struktur. (Haar: https://www.google.com/imgres?imgurl=https%3A%2F%2Fstatic1.fashionbeans.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2017%2F08%2FBERS7-260x400.jpg&imgrefurl=https%3A%2F%2Fwww.fashionbeans.com%2Farticle%2Fmens-curly-hairstyles-haircuts%2F&docid=bCnt0Mmw-i6zZM&tbnid=jJyIdxW58LXg5M%3A&vet=10ahUKEwj_5YK l7eLcAhWQZVAKHVWHCSkQMwg-KAkwCQ..i&w=260&h=400&client=firefox-b-ab&bih=561&biw=1152&q=man%20with%20curvy%20hair&ved=0ahUKEwj_5YKl7eLcAhWQZVAKHVWHCSkQMwg-KAkwCQ&iact=mrc&uact=8)
Seine Haut ist sonnengebräunt und von Natur aus bereits von einem eher dunkleren Hautton. Quer über seinen Rücken zieht sich eine lange Narbe von seinem rechten Schulterblatt etwa fünfzehn Zentimeter lang- woher er diese hat möchte er niemandem verraten. Unter seinem linken Auge befindet sich ein kleines stecknadelgroßes Muttermal. Meist- beziehungsweise immer, Cyril zieht sie nicht einmal zum Schlafen aus- trägt er eine silberne schmale Kette mit einem kleinen runden silbernen Medaillon als Anhänger. Einst hatte sich in diesem ein Bild befunden, aber dieses ging irgendwann verloren- was auf dem Bild drauf war, weiß er nicht mehr. Das Medaillon selber stammt von seinen unbekannten Eltern. Seine Schwester hatte ein identisches, welches er aber mit ihr begraben hatte.
Familie: Cyril hatte seine Familie nie kennengelernt- beziehungsweise genauer gesagt seine Eltern. Er wuchs gemeinsam mit seiner Zwillingsschwester Elizabeth- meist einfach nur Liz genannt- in einem Waisenhaus auf. Zu seiner Schwester hatte er ein sehr enges Verhältnis- diese starb allerdings im Alter von etwa 16 Jahren, als sie schwer krank wurde und sie sich die teuren Medikamente nicht leisten konnten. Zu seiner Familie zählt er seit einigen Monaten einen jungen Mischlings-Hund, welchem er auf der Straße begegnete und fütterte- seitdem folgt ihm der junge Hund, welcher inzwischen auf den Namen Admiral- Cyril fand den Hund am Hafen und fand den Namen daher passend- hört.
(Aussehen: http://www.zoonar.de/photo/schner-groer-mischlingshund_2684130.html)
Backstory: Cyril wuchs mit seiner Schwester Liz in einem überfüllten Waisenhaus auf. Dort tat er alles um Liz zu beschützen und wurde rasch zum Anführér der Waisenkinder. Um durchzukommen und am Leben zu bleiben gingen sie oft gemeinsam auf Diebestouren- nur seine Schwester hielt Cyril aus dem ganzen heraus. Als diese an einer schweren Krankheit starb, gab es nichts mehr was ihm im Waisenhaus hielt und er verließ dieses. Auf der Straße wurde er von einem Mann unter seine Fittiche genommen, welcher sich einfach nur Mask nannte und passend zu seinem Namen stets eine Maske trug. Gemeinsam mit Mask führte Cyril zahlreiche Beutezüge durch und seinen Anteil gab Cyril stets an seine Freunde im Waisenhaus weiter. Als Mask eines Tages einfach verschwand, führte Cyril sein Werk fort- trug von da an aber die Maske, die Mask zurückgelassen hatte. Um seinen größten Coup bisher durchzuführen beschloss er sich bei der Familie Leighton einzuschleichen, dort zu arbeiten und deren Vertrauen zu gewinnen bis er eine Möglichkeit entdecken würde um an möglichst viel Geld zu kommen. Mit dem Geld will er das Waisenhaus weiter ausarbeiten und den Kindern ermöglichen in die Schule zu gehen. Er selber hat lesen und schreiben und auch weitere Fertigkeiten von Mask gelernt und hatte somit außerordentliches Glück. Mask meinte stets, dass so etwas einfach für einen guten Dieb notwendig war.
Sonstiges: Cyril schreckt nicht davor zurück auch Gewált anzuwenden um sich durchzusetzen und an Geld zu kommen- aber niemals gegenüber Kindern, welche er über alles liebt. Sie sind für ihn unschuldig und haben nichts damit zu tun, was er macht. Er will sie retten, nicht verletzen.
Dieser Beitrag wurde bisher 2 Mal bearbeitet, zuletzt am 15.09.18 um 15:02 von Silvaniae
emordnilaP
17.08.18 um 19:04
Avatar von emordnilaP

Re: Dollhouse

Yaaay! Interessanter Character - ich mag ihn jetzt schon :D An welcher Stelle würdest du denn dann ungefähr anfangen? Und als was für ein Angestellter kommt er ins Haus?
Silvaniae
17.08.18 um 19:09
Avatar von Silvaniae

Re: Dollhouse

Ich bin auch schon ziemlich gespannt auf ihn x3 Aber auch auf Eleanor *-*
Hmm gute Frage- vielleicht einfach an dem Tag an dem er als Angestellter ins Haus kommt- ich glaube das ist am einfachsten und interessantesten ^^ Was für ein Zeitpunkt wäre dir am liebsten? :3
Und das mit der Art ist eine gute Frage... ich kann mich einfach nicht entscheíden T.T Was denkst du denn wäre am besten geeignet? Du weißt am besten welche Art und wie viele von/an Angestellte/n die Familie deines Charas besitzt. Am besten wäre vermutlich irgendetwas, dass mit Eleanor zu tun hat, aber es muss auch etwas sein, was Cyril wirklich machen kann, also wozu er die Fähigkeiten hat- es wäre unlogisch, wenn er mit einem Mal kochen könnte.
emordnilaP
17.08.18 um 19:42
Avatar von emordnilaP

Re: Dollhouse

Ja, würde ich auch sagen :D Die Zeit ist mir eigentlich egal. Morgens/Vormittags wäre wahrscheinlich halbwegs logisch? Die Art.. uhm keine Ahnung, haha. Das im Intro waren nur so ein paar Vorschläge. Ich schätze mal im Haus wären vor allem (Kammer-)Diener, Zofen, Köche, Hausmädchen und der bzw. die Butler. Außerdem noch Leute die im Stall arbeiten, ein Sekretär für den Papierkram oder so.. ehh? Such dir was aus ^^
Silvaniae
17.08.18 um 23:47
Avatar von Silvaniae

Re: Dollhouse

Jap Vormittags wäre defintiv am logischsten x3
Ohje, die Auswahl ist echt nicht leicht- vor allem, weil Cyril auf der Straße bzw von Mask echt nicht alles gelernt haben kann... hmmm... vielleicht fängt Cyril am besten ersteinmal ganz unten an und hilft im Stall aus... wenn er keinen direkten Nachweis seiner Vergangenheit hat, ist es logisch, dass er nicht gleich für einen größeren Posten genommen wird... aber nach und nach schafft er es sich hochzuarbeiten und dann auch das Vertrauen der Familie zu gewinnen oder vielleicht rettet er auch einen von Eleanors Geschiwstern im Stall vor einem durchdrehenden Pferd und steigt so weiter auf :3
emordnilaP
18.08.18 um 1:43
Avatar von emordnilaP

Re: Dollhouse

Okay ja, dass klingt gut :D Alsoo sind wir jetzt eigentlich so weit, oder? Oder gibt es noch irgendwelche Fragen? Wenn du den Anfangstext schreiben möchtest - sehr gerne! Ansonsten übernehme ich das, aber es wird wahrscheinlich nicht vor Montag weil ich das WE unterwegs bin ^^"
Silvaniae
18.08.18 um 10:37
Avatar von Silvaniae

Re: Dollhouse

nop, ich denke wir sind so weit :3 Notfalls können wir sie ja immer noch klären, wenn es so weit ist :3
Du kannst sehr gerne als erste schreiben, auch wenn dein Text nicht vor Montag kommt, da ich selber dieses Wochenende noch einiges zu tun habe und auch noch in anderen Rpg schreiben muss :3 Außerdem kannst du dann in deinem Text beschreiben wie du dir das Anwesen deiner Familie vorstellst und ich weiß, was deine Familie in etwa macht ^^
emordnilaP
21.08.18 um 16:33
Avatar von emordnilaP

Re: Dollhouse

[Ahhh sorry, dass hat länger gedauert. Anfänge sind schwer (>.<") ]

Eleanor Joan Leighton

"Also guuut, ich gehe ja schon. Du kannst aufhören mich so vorwurfsvoll anzuschauen."
Ärgerlich wandte ich mich von dem kleinen Kater ab, der mir aus halb geschlossenen Augen entspannt hinterherblinzelte. Chocolate hatte mir auf dem Balkon an der Rückseite des Hauses mit den imposanten, hellen Steinfassaden Gesellschaft geleistet, auch wenn er sich herzlich wenig für den Blick auf den weitläufigen Garten und das dahinter liegende Gelände interessierte. Ganz eindeutig war ihm sein Vormittagsschläfchen wichtiger als die Aussicht, oder meine gegenwärtige Laune. Aber das Level an Unterstützung, das man von einem Kater erwarten konnte war nun einmal relativ überschaubar, also nahm ich es ihm nicht übel.
Ziellos durchquerte ich die weitläufige Galerie, von der nach allen Seiten prunkvoll verzierte Doppeltüren abzweigten. Würde ich mich in Richtung Ostflügel wenden, käme ich in den Speisesaal und dahinter in zahlreiche weitere Räumlichkeiten, die man für ausgiebige Feiern, Abendessen und Empfänge benötigte. Jeder, der in der näheren Umgebung von Collingwood Rang und Namen hatte, war ganz bestimmt schon einmal in diesem Teil des Hauses gewesen. Ganz im Gegenteil zum Westflügel, der den engeren Bekannten und Gästen, sowie natürlich meiner Familie vorbehalten war. Zum einen befand sich dort die Bibliothek, in der ein großes Porträt meiner leiblichen Mutter hing, sehr zum heimlichen Missfallen meiner "anderen" Mutter. Die meisten Räume hinter der Bibliothek waren private Salons oder Studierzimmer; so auch das Arbeitszimmer meines Vaters. Tatsächlich war Clemence dort aber häufiger anzutreffen als Vater selbst, wenn nichts wichtiges die unbedingte Anwesenheit seiner Lordschaft erforderte.
Kurz spielte ich mit dem Gedanken meinem Bruder einen Besuch anzustatten, seufzte dann aber und setzte meinen Weg durch die Halle fort. Ich wollte ihn jetzt nicht bei der Arbeit stören. Und außerdem...
"Was machst du denn hier?", unterbrach eine fröhliche Stimme meine Gedanken und ich fuhr zusammen und sah mich verwirrt nach ihrem Ursprung um, "Ohh habe ich dich erschreckt? Tut mir leid! Hast du auf mich gewartet? Kann ich mitkommen, zu... wohin auch immer du gerade unterwegs bist? Aber nur wenn es kein Unterricht ist. Ich benehme mich auch ganz vorbildlich! Also darf ich, ja? Biiitte?"
Überrumpelt von ihrem Redeschwall dauerte es einen Moment, bis ich die Stimme meiner Schwester zugeordnet hatte, die aufgeregt vor mir herumtänzelte. Wo war sie denn überhaupt so plötzlich hergekommen?
"...Gracie, solltest du nicht oben sein? Ich habe deinen Lehrer gar nicht gehen sehen. Ist er noch da?", fragte ich sie, was zur Folge hatte, dass sie einen Schmollmund zog und mich unter ihren dunklen Locken hindurch unschuldig ansah. Das war dann wohl eindeutig.
Im Obergeschoss befanden sich vor allem die privaten Räume der einzelnen MitgIieder meiner Familie, auch wenn im Ostflügel zahlreiche Zimmer leer standen, die wenn nötig auch für Gäste genutzt werden konnten. Noch weiter oben befanden sich dann nur noch die Schlafkammern der Bediensteten, die hier im Haus wohnten, aber diese waren nur über die mehr oder weniger geheimen Passagen der Angestellten zu erreichen. Schlichte Türen und Gänge, in die Wände eingelassen und kaum wahrnehmbar, wenn man nicht von ihrer Existenz wusste. Aber sie waren da und zogen sich wie ein unsichtbares Netz durch das ganze Haus, damit die Angestellten ihrer Arbeit nachgehen konnten, ohne uns dabei allzu sehr mit ihrer sichtbaren Anwesenheit zu belästigen. Obwohl sie sich auch ganz hervorragend als Versteck eigneten. Einige dieser Gänge führten ins Untergeschoss, wo sich neben dem Weinkeller diverse Vorratskammern, Aufenthalts- und Arbeitsräume der Angestellten befanden. Und außerdem war dort...
"Du hast dich in der Küche vor deinem Lehrer versteckt.",stellte ich fest, nicht sicher ob ich schockiert, belustigt oder tadelnd klingen wollte.
"Vielleeeicht. Aber du sagst es Mama nicht.", gab sie prompt zurück. Das war keine Frage, aber sie hatte Recht. Ich sollte eigentlich, aber ich würde es nicht tun. Welchen Vorwurf konnte ich Gracie schon dafür machen, dass sie diesen seltsam fremden, unbekannten Teil des Hauses erkunden wollte, in dem eine Dame eigentlich nichts zu suchen hatte? Ich selbst wusste mittlerweile, dass es sich nicht schickte den Angestellten bei ihrer täglichen Arbeit zuzusehen, so faszinierend sie auch sein mochte. Aber meine Schwester war zu ihrem Glück noch jung genug, um als Kind zu gelten. Kinder durften die strengen Regeln der Etikette noch ab und zu brechen. Ich nicht. Jedenfalls nicht mehr. Und genau das war das Problem, nicht wahr?
"Also, kommst du dann jetzt? Wohin wolltest du überhaupt? Ah, wir könnten Adrian suchen und ihn von seinen Aufgaben befreien! Ihm ist bestimmt auch furchtbar langweilig."
Und schon wieder unterbrach Gracie meine Gedanken. Ich wollte gerade dazu ansetzen ihr zu erklären, warum das ganz bestimmt keine gute Idee war, als ich hörte wie sich hinter uns eine Tür öffnete. Meine Reaktion war unvermittelt und aus reiner Gewohnheit, aber ich nahm augenblicklich Haltung an und setzte ein tadellos höfliches Lächeln auf, bevor ich überhaupt sehen konnte wer da kam. Hoffentlich war es nicht Gracies Lehrer, der nach ihr suchte...
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 21.08.18 um 16:34 von emordnilaP
Silvaniae
26.08.18 um 15:38
Avatar von Silvaniae

Re: Dollhouse

Cyril
Ich wachte von den ersten Strahlen der Morgensonne auf und setzte mich auf. Um die Jahreszeit begann es langsam frisch zu werden und ich rieb kurz meine Hände aneinander, damit sie etwas auftauten. Admiral sprang augenblicklich auf, als er merkte, dass ich wach war und lief schwánzwedelnd um mich herum. Ich kraulte ihn kurz und holte dann einen Knochen mit einigen Fleischresten aus einer Kiste heraus, in welcher ich meine Nahrungsvorräte aufbewahrte, diesen warf ich ihm hin. Danach blickte ich mich aufmerksam um. Das Flusswasser schimmerte geheimnisvoll im sanften Licht der Morgensonne. Ich wohnte in einem kleinen Ruderboot, welches ich unter einer Brücke befestigt hatte. Tagsüber, wenn ich unterwegs war, befestigte ich eine Plane darüber. Die Brücke bot Schutz vor Wind und Regen und bisher hatte noch niemand mein Versteck entdeckt. Einst hatte ich sogar mit Mask in einer kleinen Hütte etwas außerhalb von London gewohnt, aber nachdem dieser von einem Tag auf den anderen verschwunden war, hatte ich beschlossen mir ein neues Versteck zu suchen- das alte war mir einfach zu unsicher geworden. Ich selber aß rasch einen Apfel und kümmerte mich dann wieder darum die Plane festzumachen, ehe ich mich entlang einiger Metallhaken hangelte, welche in die steinerne Mauer getrieben worden waren. Ein weiterer Grund warum mein Versteck gut gewählt war. Nur über diese gelangte man zu meinem Boot ohne nass zu werden und das eine Boot mehr oder weniger auf dem Fluss fiel nicht auf. "Admiral!", rief ich dem Hund zu, welcher immer noch mit seinem Knochen beschäftigt war, obwohl bereits kein einziger Fetzen Fleisch mehr an diesem hing. Admiral blickte auf- ließ den Knochen ins Wasser fallen und sprang hinterher, dann paddelte er durch den Fluss auf das nächste Ufer zu. Ich nahm bei dem letzten Metallhaken Schwung und ließ mich auf das Ufer fallen, wo ich mich abrollte und dann aufstand. Ich klopfte den Schmutz von meiner Hose. Nachdenklich blickte ich Admiral an. Ich hatte mir bisher noch gar keine Gedanken gemacht, was ich mit ihm machen sollte. Wenn ich ab heute bei den Leightons leben würde, würde ich mich nicht mehr um ihn kümmern können. Immerhin hatte ich nicht gerade vor mein restliches Leben dort als Stallbursche zu arbeiten. Ich würde ihr Vertrauen gewinnen und mich hocharbeiten, bis ich ohne Probleme Zugang zu ihren Reichtümern haben würde. Mit diesen würde ich es dann allen Kindern im Waisenhaus- meinen Freunden- ermöglichen die Schule zu besuchen und somit die Aussicht zu haben später nicht auf der Straße zu landen. Bei meinen früheren Beutezügen hatte ich stets einen dunklen Kapuzenumhang getragen und später kam noch Mask´s Maske dazu- von daher kannte niemand mein Gesicht und es würde ein leichtes sein ohne weitere Prüfungen bei den Leightons zu arbeiten. Mein "Bewerbungsgespräch" mit dem Stallmeister hatte ich bereits vor einer Woche gehabt und da er dankbar um jede Hilfe war, hatte er meine Hilfskraft rasch angenommen. Ich blickte zu meinem Hund hinüber. Er hatte früher bereits auf der Straße gelebt- bestimmt würde er auch jetzt noch gut alleine zurechtkommen. Ich seufzte. Trotz allem machte ich mir Sorgen um Admiral- er war in letzter Zeit mein einziger Begleiter geworden. Ich vermisste Liz und ich vermisste sogar Mask- auch wenn dieser sehr streng mit mir gewesen war und mich des Öfteren geschlagen hatte, so war er dennoch stets für mich da gewesen und hatte mir alles beigebracht, was ich zum Leben gebraucht hatte. Ich drehte mich um und ging davon- quer durch die schmutzigen- zu dieser Tageszeit noch unbelebten- Seitengassen Londons. Erst als ich in der Nähe des Anwesens war, drehte ich mich um und stellte fest, dass Admiral sich immer noch hinter mir befand. Ich beschloss ihn einfach gewähren zu lassen. Wenn ich das Anwesen betreten würde, würde man ihn schon verjagen und ich musste es nicht selber tun. Als ich schließlich bei den Leightons ankam, versperrte man mir augenblicklich den Weg und fragte mich nach meinem Begehr. "Mein Name ist Cyril Llyod.", stellte ich mich vor. "Ich bin der neue Stallbursche- Edgar sollte mich eigentlich erwarten!" Die Wachen beratschlagten sich kurz und einer nickte schließlich. "Geh zum Seiteneingang für das Dienstpersonal- dort wird man dir deine Aufgaben erklären und dich herumführen, sodass du niemanden, der seiner Aufgabe nachgeht, stören musst um ihn nach dem Weg zu fragen!", wies er mich an. Ich bedankte mich höflich und wanderte dann den Zaun entlang, bis ich schließlich zu einem kleineren- etwas versteckten- Tor gelangte. Dort wartete bereits ein Mann auf mich, den ich aber nicht erkannte- er schien etwas jünger als ich zu sein und roch stark nach Pferden. Er schien ebenfalls ein Stallbursche zu sein. "Hallo, du musst Cyril sein- mein Vater Edgar schickt mich!", meinte er lächelnd. "Mein Name ist Matt- ich helfe ebenfalls im Stall aus!" Ich folgte Matt nach drinnen und lächelte ihn an. "Ja, ich bin Cyril..." Ich hielt ihm meine Hand hin, welche er sofort ergriff und schüttelte. "Komm mit, ich zeige dir alles!", forderte mich Matt dann auf und führte mich dann quer durch das Anwesen bis zu einem großen Gebäude. Hufegeklapper und Schnauben war zu hören und es begann intensiv nach Pferden zu riechen, als wir uns ihm näherten- das war also der Stall. Matt führte mich in den Stall und begann mir die Pferde vorzustellen und welchem der Herrschaften welches Pferd gehörte, ehe er mir die restlichen Stallknechte vorstellte. Anschließend teilte er mir drei Pferde zu, für welche ich verantwortlich war- also sowohl für das füttern und tränken, als auch für das aufsatteln und ausmisten der Boxen. Es waren alle drei keine Pferde der Herrschaften- vermutlich wollte man bei mir erst einmal auf Nummer sicher gehen- kein Leid durfte immerhin einem der Pferde von den Leightons geschehen. "Keine Sorge, wenn du bisher noch nicht viel über Pferde weißt- ich bringe dir in den nächsten Tagen alles über sie bei und helfe dir bei allem. Wenn du so weit bist, dann kannst du dich alleine um die Pferde kümmern!", meinte Matt beruhigend. "Aber komm erstmal mit- ich zeige dir das Haus selber und den Ort wo du schlafen kannst. Wir müssen nur aufpassen, dass wir niemanden der Herrschaften dabei stören..." Er zog mich mit und ich folgte ihm zu einem Seiteneingang des Hauses, über welches wir dieses betraten- dann zeigte er mir die wichtigsten Räume, die mich zu interessieren hatten. Hierbei fing er mit meiner Schlafkammer an, welche ich mir mit einem anderen jungen Mann würde teilen, welcher aber im Moment mit seiner Arbeit beschäftigt war, wie mir Matt erklärte. Um zu diesem Schlafort zu gelangen, traten wir durch eine versteckte Tür und befanden uns in einem schmalen, engen Gang. Matt erzählte- dass sich solche Gänge durch das ganze Haus zogen und stets von uns zu benutzen waren, außer es gab einen vernünftigen Grund dafür sie nicht zu benutzen. Punkt für mich- das würde zu einem großen Vorteil werden um ungestört das Haus mit meiner Diebesbeute anschließend zu verlassen.
Auf meinem Bett lag bereits andere Kleidung und Matt forderte mich auf diese anzuziehen. Nur zu gerne wechselte ich meine alte, zerrissene Kleidung gegen die neue, welche bestimmt mehr kostete, als ich in einem Monat durch Taschendiebstahl stehlen konnte- und dabei war ich nur ein einfacher Diener in diesem Haus. Nach den Schlafkammern folgte ich Matt weiterhin durch den dunklen Gang, bis er schließlich eine der zahlreichen Türen öffnete und hindurchtrat. Kaum dass die Tür offen war, stieg ein herrlicher Geruch in meine Nase und ich seufzte unwillkürlich auf- gleichzeitig wie mein Magen zu knurren begann. Ich trat hinter Matt in die Küche und meine Augen begannen regelrecht zu leuchten, als ich all die köstlichen Speisen erblickte. Matt grinste mich schief an und lief dann zu eine der Köchinnen hinüber. "Mom- hast du vielleicht eine Kleinigkeit für uns?", fragte er und kehrte anschließend mit zwei dampfenden Schüsseln einer gräulich- bräunlichen Masse zurück. "Haferbrei!", erklärte er auf meinen fragenden Blick. "Schmeckt besser als es aussieht- glaub mir!" Er schob sich einen Löffel davon in den Mund und ich folgte seinem Beispiel. Es war ein zäher, klebriger Schleim, aber er schmeckte tatsächlich ganz okay- ich hatte in Zeiten der Not schon schlimmere Dinge essen müssen. Nachdem wir den Brei gegessen hatte und mein Bauch nun tatsächlich voll war, folgte ich Matt aus der Küche. "Es kann nützlich für dich sein, wenn ich dir auch das restliche Haus zeige- es kann sein, dass du mal Botengänge erledigen musst. Aber wir müssen vorsichtig und unsichtbar sein!", erklärte Matt. Ich nickte nur stumm- meine Augen groß vor Staunen bei all dem Reichtum. Wie viel Geld besaß diese Familie, wenn sie es sich leisten konnte das Haus so protzig einrichten zu lassen? Und dabei war dies nur der Gang zur Küche. Wir kamen bei einer weiteren Tür an und Matt öffnete diese vorsichtig. Dann verneigte er sich mit einem Mal tief. Ich konnte den Anlass nicht sehen, bis ich schließlich neben ihn getreten war. Zwei Frauen- oder genauer gesagt ein Mädchen und eine junge Dame standen vor uns. "Lady Eleanor, Lady Gracelyn... es tut mir leid Sie durch unsere Anwesenheit gestört zu haben. Cyril arbeitet seit heute hier und es ist meine Aufgabe ihm alles zu zeigen. Wir werden sofort aus ihren Augen treten...", entschuldigte sich Matt gegenüber den beiden. Eleanor, Gracelyn- sie gehörten beide der Familie Leighton an. Ich hatte mich über beide informiert. Gracelyn schien ein kleiner Windfang zu sein- sie war auch erst 12 Jahre alt. Das genaue Gegenteil war ihre Schwester Eleanor- 19 Jahre alt-, welche die vorbildliche Leighton-Tochter war. Allerdings fragte ich mich, ob sie wirklich so vorbildlich war- ich würde das nicht jede einzelne Minute meines Lebens schaffen, wenn ich an ihrer Stelle wäre.
Matt stupste mich an. "Du musst dich auch entschuldigen...", flüsterte er mich zu. "Es tut mir ebenfalls leid...", sagte ich und neigte meinen Kopf. Ich hásste es so am Boden zu kriechen, aber ich musste es wohl erstmal machen. Ich zwinkerte Gracelyn verschmitzt unauffällig zu- es konnte nicht schaden vielleicht sie auf meine Seite zu ziehen. Matt neigte nochmals seinen Kopf vor den beiden und ich folgte seinem Beispiel- dann huschte Matt an ihnen vorbei und ich folgte ihm weiter durch das Haus.

Dieser Beitrag wurde bisher 2 Mal bearbeitet, zuletzt am 26.08.18 um 15:42 von Silvaniae
emordnilaP
31.08.18 um 17:20
Avatar von emordnilaP

Re: Dollhouse

Eleanor Joan Leighton

Zu unserem Glück war es nicht Gracies Lehrer, oder, was noch schlimmer gewesen wäre, Mutter. Eigentlich konnte ich mich also entspannen, aber ich behielt dennoch eine aufrechte Haltung bei als die beiden Angestellten sich respektvoll verneigten und für ihre Anwesenheit entschuldigten. Nun, zumindest einer von ihnen tat das ohne zu Zögern - ich erkannte ihn als den Sohn des Stallmeisters; Matt. Der junge Mann in seiner Begleitung dagegen musste anscheinend erst daran erinnert werden was sich gehörte. Ich bedachte ihn mit einem kurzen, kühlen Blick, aber er kam mir nicht einmal ansatzweise bekannt vor. Ich war mir sogar ziemlich sicher, dass ich ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Und das sollte etwas heißen, denn eigentlich konnte ich mir zumindest die Namen und Gesichter der Dienstboten alle problemlos merken, auch wenn ich ihnen sonst kaum Beachtung schenkte. Gut vielleicht nicht alle, aber die wichtigsten schon, was darauf schließen ließ dass Cyril - so hieß er also - keine wichtige Position innehatte. Oder gerade antrat, denn anscheinend war er neu hier. Angesichts seiner Manieren überraschte mich das kein bisschen - ganz offensichtlich hatte er in Sachen Anstand und Höflichkeit noch einiges zu lernen!
"Warum dürfen die Dienstboten eigentlich immer nur die geheimen Passagen benutzen?" ,beschwerte sich Gracie als wir schließlich wieder allein in der Galerie waren, obwohl sie aus irgendeinem Grund trotzdem amüsiert aussah. "Das wäre doch viel lustiger!"
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Sicherlich würde es dabei helfen, unseren Alltag etwas weniger monoton zu gestalten. Aber gleichzeitig würde es uns auch einmal mehr daran erinnern, wie sehr die gesellschaftliche Stellung uns kontrollierte. Wie abhängig und unselbstständig wir eigentlich waren, aufgrund unseres Standes und diesem goldenen Käfig, den wir unser Zuhause nannten. Als wäre das nicht schon offensichtlich genug. Eine Dame, die sich selbst ankleidete? Ihr eigenes Essen kochte oder gar aufräumte? Skandalös! Für solche banaIen Aufgaben gab es schließlich Diener. Nicht, dass ich das würde ändern wollen - im Gegenteil, ich war froh, mich um solche Dinge nicht kümmern zu müssen! Und doch war ich eigentlich nicht mehr als eine Gefangene. Zwar mit Einfluss und Rang und Reichtum im Überfluss, aber ohne Freiheit.
"Heey hörst du mir überhaupt zu Joanie? Ich habe gesagt: lass uns in den Garten gehen, da sucht Mr. Dawson mich ganz bestimmt nicht. Ohhh ich könnte dir eine Blumenkrone machen, Annie hat mir gezeigt wie das geht!"
Hilflos lächelnd folgte ich meiner Schwester nach draußen - vollkommen zwecklos ihr ins Gewissen zu reden, damit sie nicht länger vor ihrem Lehrer davonlief. Nebenbei überlegte ich wie sie dazu kam, sich mit einem der Hausmädchen über Blumenkränze zu unterhalten, aber es sollte wohl keine große Überraschung sein. Gracie sah die Dienerschaft eher als Freunde denn als Angestellte, obwohl sie ihr eigentlich zu Gehorsam verpflichtet waren.
Chocolate lag nicht mehr an seinem Platz auf dem Geländer der Terrasse, als wir diese erreichten. Wahrscheinlich hatte er sich einen anderen Schlafplatz gesucht oder wanderte irgendwo durch das Haus oder den Garten. Vermutlich letzteres, denn zwischen den gepflegten Hecken und Büschen war gerade noch eine vierbeinige Gestalt zu erkennen, die sich mit der Nase am Boden in Richtung Haus bewegte. Eigentlich seltsam, denn der Kater trug seine Nase meist so selbstgefällig in die Luft gestreckt, dass man fast glauben könnte er sei der König persönlich. Außerdem war er deutlich kleiner als - war das etwa ein Hund?
Gracie hatte ihn ebenfalls entdeckt und hockte sich prompt auf den Boden, streckte eine Hand aus und rief leise, um das Tier anzulocken. Es war tatsächlich ein Hund. Streícheln ließ er sich nicht, wie Gracie schnell feststellte, aber er kam nah genug heran um zu sehen, dass es sich nicht etwa um einen entlaufenen Jagdhund handelte sondern um einen streunenden Mischling. Wie war der denn bloß hier hereingekommen?
"Meinst du wir bekommen ihn irgendwie in die Küche, ohne dass jemand etwas merkt?" ,fragte Gracie zu meinem Schrecken auf einmal.
"Auf keinen Fall, nein! Wir können nicht einfach einen Streuner mit ins Haus bringen und schon gar nicht in die Küche!"
"Sei nicht gemein! Komm schon, er sieht doch wirklich, wirklich, wirklich hungrig aus! Und außerdem ist er bestimmt ganz lieb! Biiiitte?"
"Aber was, wenn Mutter uns erwischt? Du weißt, dass sie keine Tiere im Herrenhaus haben will."
Die einzige Antwort auf meinen Protest war diesmal ein trotziger Schmollmund und eine Unschuldsmiene, die der des Hundes gar nicht mal so unähnlich war. Sie ließ mir keine Wahl; der Form halber protestierte ich zwar noch ein wenig, aber schon nach kurzer Zeit gab ich auf und wir beide machten uns daran, den Mischling ins Haus und durch die Galerie Richtung Küche zu lotsen. Gracie war fest davon überzeugt, dass sie die Köche dazu bringen konnte ein paar Reste zu opfern. Zuerst sah es so aus als würde alles gutgehen, und ich glaubte schon aufatmen zu können - aber ein strenger Ruf von der Treppe brachte mich in die Realität zurück.
"Lady Gracelyn! Den ganzen Vormittag suche ich  Sie überall, während Sie hier durch die Galerie spazieren und mich zum Narren halten?!"
Diesmal war es tatsächlich Gracies Lehrer. Mr. Dawson war weithin als strikter, unnachgiebiger Lehrmeister bekannt, der sich auch von einem Adelstitel nicht einschüchtern ließ. Er arbeitete schon so lange für meine Familie, dass er sowohl Clemence als auch mich unterrichtet hatte. Gracie warf mir einen flehenden Blick zu, aber ich schüttelte nur stumm den Kopf und bedeutete ihr, dass sie mit Mr. Dawson allein zurechtkommen musste. Ich jedenfalls hatte nicht die geringste Absicht, mich mit diesem Herrn anzulegen.
"Pass auf den Hund auf, ja?" flüsterte sie mir noch zu, dann folgte sie Mr. Dawson schmollend nach oben und ließ mich mit dem Mischling in der Galerie zurück.
"Moment, ich, aber - Gracie warte, du kannst mich doch nicht einfach...!"
Als wäre das nicht genug, hörte ich auf einmal auch noch Schritte zu meiner rechten. Zweifellos Mutter, die herausfinden wollte wer oder was so einen Aufruhr in der Halle verursachte. Wenn sie mich hier fand -
"Ahhh, komm schon... Hund? Hier lang, komm mit! Schnell!" ,versuchte ich es, und zu meinem Glück folgte mir der Mischling tatsächlich. Ohne wirklich darauf zu achten wo ich hinlief, öffnete ich einfach irgendeine Tür und stürzte -mit dem Hund- in den dahinterliegenden Raum. Hoffentlich war niemand darin. Himmel, worauf hatte ich mich hier bloß eingelassen?
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Silvaniae
15.09.18 um 14:54
Avatar von Silvaniae

Re: Dollhouse

Cyril
(Ach ja: Admiral sieht in etwa so aus: http://www.zoonar.de/photo/schner-groer-mischlingshund_2684130.html
Ich füge ihn noch dem Steckbrief von Cyril hinzu ^^)

Matt führte mich weiter durch die nächsten Räume dieses Anwesens und es fiel mir schwer den Mund vor Staunen nicht weit offen stehen zu lassen. Nur ein einziger dieser Einrichtungsgegenstände war vermutlich genug um alle Kinder des Waisenhauses für mehrere Monate zu ernähren. Natürlich kannte ich den wahren Wert dieser Gegenstände hier nicht, aber ich war mir eigentlich ziemlich sicher, dass sie teuer waren, sie sahen einfach schon so teuer aus. Um aber die wirklich teuren Gegenstände zu finden, würde ich wohl erstmal noch eine Weile hier arbeiten müssen. Ich fragte mich, wie ich es wohl schaffen sollte mich hochzuarbeiten und das Vertrauen der Familie zu erlangen, sodass ich nicht den normalen Weg gehen musste, der vielleicht mehrere Jahre, wenn nicht sogar mein restliches Leben dauern mochte. Mein Gedankengang wurde von Matt unterbrochen, welcher meinte, dass er mir wohl nochmals alle Familienmitglíeder unserer Herrschaften würde vorstellen müssen- natürlich nicht persönlich, sondern nur zeigen oder erklären- und mir eine Kurzeinweisung in Höflichkeitsetikette geben musste.
Ich wollte gerade etwas entgegnen, als ich von irgendwo draußen das Bellen eines Hundes vernahm. Sofort versteinerte ich. Dieses Bellen würde ich überall erkennen. Es war Admiral und sein Bellen klang viel zu nah. Hatte er sich irgendwie auf das Grundstück geschlichen? Aber was, wie, wann, warum? Ich hatte gehofft, dass er vertrieben worden wäre, wenn er sich in der Nähe des Grundstückes herumtrieb, aber er schien trotzdem einen Weg gefunden zu haben. Mit einem Mal bekam ich Angst um Admiral. Was war, wenn man ihn mit Stöcken verprügelte um ihn zu vertreiben? Für die Angestellten hier war er immerhin nichts anderes als ein streunender Hund, welcher hier nichts verloren hatte. "Können wir vielleicht nach draußen gehen und du zeigst mir dort alles? Ich denke hier im Haus müsste ich die wichtigsten Räume bereits gesehen haben, oder?", wandte ich mich als Vorwand an Matt und blickte ihn fragend an, während mein Unterton leicht drängend geworden war. Matt wirkte etwas verwundert, nickte aber. "Ja, die wichtigsten Räume im Haus haben wir tatsächlich bereits gesehen und ich kann dir den Rest der Räume auch zu einem späteren Zeitpunkt zeigen..." Er zuckte mit den Schultern. "Dann komm mit!" Wir betraten eine der Türen die zu den Geheimgängen führte und folgten dem langen, schummrigen Gang einige Zeit. Ich versuchte mir den Weg einzuprägen, aber es gab zu viele Abzweigungen, denen wir folgten- dabei hatte ich eigentlich ein gutes Gedächtnis. "Wie kannst du dir diese Wege nur alle merken?", fragte ich Matt staunend nach einer Weile. Dieser musste lachen. "Mach dir darum keine Sorgen, mit der Zeit kennst du all diese Wege in- und auswendig- und für die nächsten Tage begleite ich dich ohnehin..." Diese Geheimgänge würden mir bei meiner Arbeit ziemlich nützlich sein- zumindest sobald ich den Weg kannte. Keiner von den Herrschaften benutzte diese Wege und es war eine einfache Möglichkeit um das Gebäude heimlich zu verlassen und zu betreten. Wir verließen das Gebäude durch den Dienstboteneingang, durch welchen wir das Gebäude auch betreten hatten. Kurz darauf folgten wir einem breiten Kiesweg, welcher sich quer durch den Garten schlängelte. Ich versuchte mich zu orientieren. Aus welcher Richtung hatte ich das Gebell zuvor gehört? War es in Richtung der Terrasse gewesen? "Was befindet sich dort?", fragte ich also gespielt neugierig und zeigte in deren Richtung. "Dort befindet sich der Teil des Gartens, welcher gerne von den jungen Herrschaften zum Spielen und Entspannen verwendet wird und auch die Terrasse beinhaltet!", erklärte Matt. "Wenn wir Glück haben, hält sich dort im Moment niemand auf und ich kann dir diesen Bereich gleich zeigen, komm mit!" Ich folgte ihm weiter den Weg entlang und blickte mich währenddessen aufmerksam und angestrengt nach Admiral um. Als wir uns der Terrasse näherten, vernahm ich eine aufgeregte Stimme, in welcher ich die von Lady Gracelyn erkannte. Sie schien um irgendetwas zu betteln, aber wir waren zu weit weg, als das ich hätte verstehen können, was sie sagte. "Lady Gracelyn und Lady Eleanor scheinen sich gerade hier aufzuhalten...", meinte Matt und stoppte mich. "Vielleicht sollten wir zu einem späteren Zeitpunkt zurückkehren. Wir sollten sie nicht erneut stören..." Er drehte sich um und ging davon und ich wollte ihm auch gerade folgen, als ich ein kleines Etwas erkannte, was sich der ausgestreckten Hand von Gracelyn näherte. Admiral. Es handelte sich tatsächlich um Admiral. Ich blieb wie versteinert stehen. Was würden sie mit Admiral machen? Streuner wie er waren hier bestimmt nicht gerne gesehen.
Matt hatte gemerkt, dass ich ihm nicht gefolgt war und drehte sich zu mir um. "Was ist los?", fragte er verwirrt nach. "Du verhältst dich schon seit vorher so komisch..." Er trat neben mich und folgte meinem Blick. "Was macht denn der Hund..." er unterbrach sich selbst und sah mich mit einer Mischung aus Erkenntnis und Schrecken an. "Es ist dein Hund, nicht wahr?" Ich nickte. Admiral war der Einzige aus meiner Familie, der mir noch geblieben war- ich wollte nicht auch noch ihn verlieren. "Das ist Admiral..."; erklärte ich leise. %u201EEr ist mir wohl irgendwie gefolgt%u2026%u201C Matt warf erneut einen Blick zu meinem Hund, ehe er einen beruhigenden Tonfall anschlug: "Du hast Glück, dass Lady Gracelyn ihn gefunden hat- sie liebt Tiere über alles und wird deinen Hund bestimmt nicht vertreiben lassen!"
Gemeinsam beobachteten wir, wie die beiden Ladys Admiral in Richtung des Herrenhauses lotsten. Was wollten sie dort mit ihm? Erneut bekam ich Angst um den Hund. "Ich bin mir sicher, dass sie ihn nur füttern wollen..."; versuchte mich Matt zu beruhigen. Heimlich schlichen wir uns nach Gracelyn und Eleanor in das Haus und tatsächlich schienen die beiden die Küche anzusteuern. Immerhin den ungefähren Aufbau des Hauses hatte ich mir merken können. Lady Gracelyn wurde mit einem Mal von einem streng aussehenden Mann von der Treppe aus gerufen und Matt und ich hatten Mühe uns rechtzeitig zu verstecken, sodass dieser uns nicht entdeckte. "Mr. Dawson- Lady Gracelyns Privatlehrer...", erklärte mir Matt flüsternd. Lady Gracelyn ließ Lady Eleanor zurück und folgte ihrem Lehrer schmollend. Ich hörte Schritte, welche sich uns von der rechten Seite näherten und als ich aufblickte waren Lady Eleanor und Admiral mit einem Mal verschwunden. "Sie sind weg..."; flüsterte ich entsetzt. "Und das sollten wir auch sein. Diese Schritte können nur zu Countess Frances gehören... wenn sie uns hier erwischt, nachdem es so einen Aufruhr gab, kann es nur schlecht für uns enden..." Matt zog mich aus dem provisorischen Versteck, wo man uns leicht hätte entdecken können, wenn man etwas genauer hinschaute und zog mich durch eine weitere Tür in den dahinterliegenden Raum. Matt schloss die Tür hinter uns und drehte sich dann um, sodass er dasselbe Unglück erblicken konnte, welches ich längst erblickt hatte. Wir befanden uns in einer Art Musikzimmer, welches nicht sonderlich oft benutzt zu werden schien. Schwere Vorhänge verdeckten die hohen Fenster und ließen kaum Licht in den Raum hinein. Staub tanzte in den wenigen Sonnenstrahlen, welche ihren Weg in das Zimmer gefunden hatten. Doch wir waren nicht allein in dem Raum. Schwánzwedelnd sprang Admiral an mir hoch und leckte mir quer über das Gesicht. Ich musste lachen und wäre beinahe zu Boden gestürzt. Doch dann wurde ich wieder ernst und befahl Admiral sich auf den Boden zu legen und ruhig zu bleiben- ehe er noch anfing laut zu bellen und somit auf uns aufmerksam machte. Der Hund gehorchte meinen Befehlen augenblicklich. Dann wandte ich mich dem größeren Problem zu. Ich verneigte mich ihr gegenüber. "Es tut uns schrecklich leid, Lady Eleanor...Dies ist mein Hund Admiral und ich dachte eigentlich, dass ich ihn fortgeschickt hätte und er seinen eigenen Weg finden würde, doch anscheinend ist er mir irgendwie gefolgt und hat mich gesucht...wäre es vielleicht irgendwie möglich, dass ich ihn hierbehalten darf? Er könnte im Stall bleiben- ich würde dort auch bei ihm schlafen, sodass er nicht nachts davonläuft und ärger verursacht. Aber ich kann es nicht übers Herz bringen, dass er mit Stöcken oder ähnlichem verjagt wird...und anders wird er vermutlich nicht verjagbar sein...er ist die einzige Familie, die ich noch besitze..." Flehend sah ich zu Lady Eleanor auf. Meine ganze Mission war mir gerade egal- es ging hier um Admiral. Ich konnte ihn nicht auch noch verlieren. Hätte ich gewusst, dass er allein in der Stadt war, wäre ich beruhigt gewesen, denn ich wusste, dass er sich selbst ernähren konnte. Aber nun da er hier war...er würde nicht freiwillig gehen. Matt war still geblieben und hatte mich einfach nur sprechen lassen, wofür ich ihm wirklich dankbar war. "Ich würde dafür, dass er hier bleibt auch meinen Lohn für die nächsten Monate aufgeben...bitte...ich bitte euch nur, dass ihr ihm erlaubt hier zu bleiben..."
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 15.09.18 um 14:59 von Silvaniae
emordnilaP
05.10.18 um 18:18
Avatar von emordnilaP

Re: Dollhouse

Eleanor Joan Leighton

Mit hämmerndem Herzen lehnte ich mich an die Tür. Das Blut rauschte mir in den Ohren, sodass ich kaum hören konnte was auf der anderen Seite vor sich ging, obwohl ich meinen Kopf gegen das solide Holz drückte. Mutter war definitiv in der Halle, so viel konnte ich mit Gewissheit sagen. Nur nicht, wo genau in der Halle sie sich aufhielt. Ganz langsam wandte ich mich um, vorsichtig, um nur ja kein verräterisches Geräusch zu machen - und stieß einen unterdrückten Laut irgendwo zwischen Schreck und Überraschung aus. Der Raum war nicht annähernd so leer, wie ich ihn vorzufinden gehofft hatte! Ich erstarrte vollkommen, den Blick ungläubig auf den Hund geheftet, der einen der beiden Diener so stürmisch begrüßte dass er ihn beinahe unwarf. Es waren doch die gleichen zwei, denen ich vorhin erst mit Gracie begegnet war, nicht? Oh Himmel, dass wurde ja immer besser. Jeden Moment rechnete ich damit, dass die Tür sich öffnen würde und Mutter hereinkam - sie wäre zweifellos begeistert mich in Gesellschaft zweier Angestellter sowie eines streunenden Hundes zu finden, der Gott weiß wo her gekommen war. Ich schloss für einen Moment die Augen um mich innerlich auf das unvermeidliche vorzubereiten. Ein paar Sekunden vergingen in vollkommener, gespannter Stille. Kurz kamen die Schritte der Tür gefährlich nahe, aber dann entfernten sie sich wieder und verklangen schließlich ganz.
Es konnten höchstens ein paar Sekunden vergangen sein, aber als ich es jetzt wagte aufzuatmen - nicht tief, dass verhinderte das eng geschnürte Korsett, aber ich atmete definitiv auf - fühlte es sich an, als hätte ich vor einer kleinen Ewigkeit zum letzten Mal Luft geholt. Langsam erlangte ich die Kontrolle über mich selbst zurück und nahm Haltung an. Ich war schließlich nach wie vor nicht allein in diesem Raum, den ich mittlerweile als unbenutzten Musiksalon erkannt hatte. Bevor ich jedoch eine Erklärung von den beiden Eindringlingen verlangen konnte, wurde ich bereits mit einer solchen geradezu überschüttet. Vorsichtig wagte ich einen weiteren tiefen Atemzug.
"Langsam.. Ich, uhm..." ,begann ich, aber der unsichere Klang meiner Stimme ließ mich innehalten. Noch ein Atemzug.
"Ich nehme die Entschuldigung an, .. Cyril." ,erinnerte ich mich gerade noch rechtzeitig an den Namen des jungen Mannes, was mir die Peinlichkeit ersparte, ihn danach zu fragen. "Es wird wohl kaum nötig sein dir deinen Lohn zu verwehren. Was den Hund angeht, so kann ich natürlich dafür sorgen, dass er nicht verprügelt wird, aber dennoch muss ich darauf bestehen, dass.. " er vom Gelände verschwindet. So jedenfalls hätte ich den Satz beenden sollen und müssen, den Regeln entsprechend und ohne zu Zögern. "...dass eine solche Anfrage seiner Lordschaft oder meinem Bruder entgegen gebracht wird." ,beendete ich ihn stattdessen schwach, fragte mich jedoch gleichzeitig, was das ändern sollte. Abgesehen davon, dass es dann nicht mehr meine Schuld sein würde wenn der Hund fortgeschickt wurde. Vater mochte ja für mich eine Ausnahme gemacht haben als es um Chocolate ging, aber ob er für einen einfachen Bediensteten das Gleiche tun würde? Wohl kaum. Und Clemence mit seiner stets so korrekten und peniblen Art würde ganz sicher keinesfalls von seinen Prinzipien abweichen. Nicht, dass mich das stören sollte, es gab schließlich nicht ohne Grund Regeln und an diese hatte ich mich ebenso wie alle anderen zu halten - aber ich konnte diesem flehenden Blick nicht standhalten ohne mich unendlich grausam zu fühlen, so sehr ich es auch versuchte. Nicht in dem Wissen was geschehen würde.
"A-Allerdings bin ich mir sicher dass weder Lord Clemence noch Vater eine Unterbrechung ihrer Arbeit im Moment schätzen würden. Ich werde sie zu einem geeigneten Zeitpunkt über das Problem informieren." Oder auch nicht, aber ich war eine hinreichend talentierte Lügnerin um die meisten Menschen zu täuschen. "Bis dahin kannst du den Hund... nein. Bis dahin kannst du Admiral hierbehalten, solange er keinen Ärger verursacht. Für seine Versorgung bist du natürlich selbst verantwortlich."
Ich ließ einen kritischen Blick über sie beide wandern, Cyril und den Hund. Nicht abgemagert, aber auch nicht gerade gut genährt. Ich dachte an Gracie, die ja irgendwie Schuld an der Sache hier war, und unseren eigentlichen Plan.
"Die Köche werden notfalls wohl auch noch ein paar Reste für Admiral übrig haben." ,merkte ich unwillkürlich lächelnd noch an, brachte mein Gesicht jedoch sofort wieder unter Kontrolle.
"Sind damit alle Fragen geklärt?"